Mitte Oktober ereignete sich im Fäsenstaubtunnel eine Massenkarambolage. Involviert waren vier Personenwagen, ein Lastwagen und ein Reisecar mit polnischem Kennzeichen. Eine 44-jährige Polin im Car überlebte den Unfall nicht. Elf weitere Personen wurden verletzt.

Bei jedem Verkehrsunfall mit Todesfolge leitet das Bundesamt für Strassen ASTRA eine Untersuchung durch eine interdisziplinär zusammengesetzte Task Force ein. Darin nehmen die Blaulichtorganisationen, der Kanton und das ASTRA Einsitz, wie dieses am Dienstag mitteilte.

Das Gremium habe seine Arbeit nach dem Unfall aufgenommen. Die in solchen Fällen übliche Sicherheitsanalyse sei bereits veranlasst, heisst es weiter.

Bei einem Treffen zwischen dem ASTRA und dem Schaffhauser Regierungspräsidenten in der vergangenen Woche habe man auch über eine Studie zum "Autoscheibenbeschlag im Tunnel" gesprochen. Das Phänomen als solches sei bekannt. Es hängt von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und den Druckverhältnissen im Tunnel ab.

Änderungen bei Tunnellüftung umstritten

Die vom Forschungsbericht angeführten zwei Massnahmen - Änderungen bei der Tunnellüftung, Anbringen von Warnsignalen - sind von ihrer Wirkung her indes umstritten und werden laut ASTRA von Experten nur "sehr bedingt gestützt".

Änderungen bei der Tunnellüftung etwa wirken erst ab einer Länge von 1,8 Kilometern. Der Fäsenstaubtunnel ist jedoch nur 1,46 Kilometer lang. Dessen Lüftung wurde vorschriftsgemäss 2015 ersetzt.

Das Anbringen von Warnsignalen stösst laut ASTRA auf Akzeptanzprobleme. Aufgrund von Gewöhnungseffekten habe es auch eine schlechte Wirksamkeit und werfe zudem juristische Fragen auf. Unabhängig von den jüngsten Ereignissen ist vorgesehen, im Fäsenstaubtunnel die Beleuchtung sowie die Signalisation 2017 zu erneuern. Dies ist jedoch nur möglich, wenn das eidgenössische Parlament die entsprechenden Kredite bewilligt.

Die Task Force ist auch beauftragt, die in der Öffentlichkeit diskutierte Anpassung des Geschwindigkeitsregimes zu prüfen. Allerdings müssten solche Eingriffe unter der Berücksichtigung der Gesamtsituation betrachtet werden und seien nicht isoliert anzuordnen.

Das ASTRA und der Kanton Schaffhausen unterstützen die Arbeit der Task Force und gehen davon aus, dass die Abklärungen der Polizei zur Unfallursache zu zusätzlichen Erkenntnissen führen werden. Wann Resultate der polizeilichen Abklärungen vorliegen werden ist laut Polizeisprecherin Cindy Beer "noch nicht absehbar", wie sie zur Nachrichtenagentur sda sagte.