Abstimmung

Nach Kritik: Keine Umfragen mehr zur nächsten Abstimmung

Die Umfragen von Claude Longchamps Institut gfs.bern sind in der Kritik (Archiv)

Die Umfragen von Claude Longchamps Institut gfs.bern sind in der Kritik (Archiv)

Die SRG SSR idée suisse wird im Vorfeld der eidgenössischen Volksabstimmung vom 7. März definitiv keine Umfragen publizieren. Die Umfragen vom Institut gfs.bern waren nach der Minarett-Abstimmung wegen falscher Vorhersagen in die Kritik geraten.

Die Umfragen von Claude Longchamps Institut gfs.bern waren in die Kritik geraten, nachdem für die Minarett-Abstimmung eine Nein-Mehrheit von 53 Prozent vorausgesagt worden war, das Stimmvolk die Initiative jedoch mit 57 Prozent angenommen hatte.

Den Entscheid hat die Chefredaktorenkonferenz in Absprache mit Generaldirektor Armin Walpen gefällt, wie die SRG mitteilte.

Die SRG hat bereits im vergangenen Dezember eine detaillierte Analyse zu dieser Abweichung eingeleitet. Im Sinne der Glaubwürdigkeit der SRG und im Interesse des Publikums wolle man nun abwarten, was die vollständige Analyse hervorbringe. Bis zu diesem Zeitpunkt würden definitiv keine Umfragen mehr publiziert.

Eine erste externe Analyse zeige, dass die gfs-Umfrage zur Minarett-Initiative methodisch korrekt und nach international anerkannten Standards durchgeführt worden sei, schreibt die SRG weiter.

Eine weitere externe Analyse befasse sich mit den möglichen Ursachen der Diskrepanz zwischen den Umfrage-Ergebnissen und dem tatsächlichen Resultat der Abstimmung, mit dem politischen und medialen Umfeld während der Befragung und deren Wirkung.

Sollte die Gesamtanalyse positiv ausfallen, werde die SRG die gfs-Umfragen für die Volksabstimmung vom 13. Juni im üblichen Rahmen wieder aufnehmen.

Unabhängig von den durch die Minarett-Abstimmung ausgelösten Untersuchungen plant die SRG, in einer umfangreichen und langfristig angelegten Studie die Bedeutung und Wirkung von Abstimmungsumfragen für die Meinungsbildung in der Schweiz untersuchen zu lassen. Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit soll ebenfalls ein aussenstehendes Institut betraut werden.

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