Sportförderung

Nach Ja in kleiner Kammer geht Kampf ums Schneesportzentrum erst los

Unterhalb des Rothorns auf der Lenzerheide GR könnte dereinst das neue Nationale Schneesportzentrum zu stehen kommen.

Unterhalb des Rothorns auf der Lenzerheide GR könnte dereinst das neue Nationale Schneesportzentrum zu stehen kommen.

Am Montag hat sich der Ständerat deutlich zur Förderung des Schneesports in der Schweiz bekannt. Nun interessiert die Frage, ob Ost oder West das Zentrum erhalten soll. Oder werden es schliesslich doch zwei sein?

Von seiner Motion war nicht mehr viel zu erkennen. Dennoch zeigte Dominique de Buman, Freiburger CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Tourismus-Verbandes erfreut und sprach von einem «guten Zeichen für eine umfassende Schneesportpolitik». Die kleine Kammer hat gestern der geänderten Fassung seiner Motion mit 38:3 Stimmen und drei Enthaltungen zugestimmt.

Der neue Antrag hiess noch: Der Bundesrat soll Massnahmen zur Förderung des Schneesports unterstützen. Die Bevölkerung müsse zum Wintersport animiert werden. Und insbesondere sollen die Bemühungen des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und des Staatssekretariats für Wirtschaft, welche mit privaten Partnern den Verein «Schneesportinitiative» aufgegleist haben, unterstützt werden.

Alle Massnahmen von de Buman – von der Schaffung einer offiziellen Sportwoche Anfang Jahr, einer obligatorischen Schneesportwoche zwischen der 5. und der 9. Klasse, mindestens drei Schneesportzentren und einer Koordinationsstelle – hatte die ständerätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur gestrichen. Sie hatte befürchtet, dass dadurch zu sehr in die Autonomie der Kantone eingegriffen werde.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Nationalrat noch für alle Massnahmen ausgesprochen. Nun wird er nochmals über den neuen Vorschlag entscheiden. Erstaunt hat de Buman, dass das Resultat des Ständerats so deutlich war, obwohl VBS-Vorsteher Ueli Maurer die Ablehnung empfohlen hatte. Massnahmen zur Unterstützung des Breitensports liessen sich besser im Rahmen des Gesamtpakets zur Sportförderung bewerkstelligen, sagte Maurer.

Für Aufstockung der J+S-Beiträge

Ebenso wenig hörte die kleine Kammer auf Maurer bezüglich den Geldern für Jugend+Sport (J+S). Der Ständerat hiess gestern zwei parlamentarische Vorstösse gut, die eine Aufstockung der Gelder verlangen. Zum einen soll der Bundesrat die jährlichen Mittel für die Aktivitäten von J+S erhöhen und so die finanzielle Kontinuität sichern. Ausserdem soll er in einem Bericht die Auswirkungen von Kürzungen darlegen.

Der Ständerat reagierte damit auf die Ankündigung des Bundesamtes für Sport (Baspo), per 1. August die J+S-Beiträge um rund 25 Prozent zu kürzen, weil das zur Verfügung stehende Geld sonst nicht für alle Kurse reicht. Maurer stellte fest, für den Auftrag eine Budgeterhöhung von 18 Millionen Franken nötig wäre. Der Spielraum im Budget des Baspo für eine Aufstockung sei nicht gegeben. In der Wintersession hatte das Parlament im Rahmen der Budgetberatungen eine Erhöhung der J+S-Gelder abgelehnt. Eine Aufstockung der Mittel würde also den haushaltspolitischen Zielen widersprechen, argumentierte Maurer.

Wunsch nach zwei Zentren

Gestern ist zwar die Idee von drei Zentren gestorben. Doch das Sportförderungskonzept, welches der Bundesrat letzte Woche in die Vernehmlassung geschickt hat, wird noch viel zu reden geben. Zwar empfiehlt der Bundesrat den Standort Lenzerheide für ein nationales Schneesportzentrum. Das Lobbying für die anderen Kandidaten, Andermatt (Uri), Fiesch (Wallis) und Engelberg (Obwalden), wird nun aber verstärkt.

Jetzt gehe der Kampf erst los, heisst es von Politikern aus der Ostschweiz. Für de Buman wäre es – im Sinne einer geografisch gerechten Verteilung – wünschenwert, wenn mit der Lenzerheide im Osten und Fiesch im Westen zwei Zentren geschaffen werden könnten.

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