Kritik mit Folgen

Nach «huere fucking Glarner»-Aussage: Jacqueline Badran erhielt Morddrohung und kritisiert SRF

Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran gibt umringt von Klimaaktivisten ein dieses Mal autorisiertes Interview während der Aktionswoche Rise up for Change auf dem Bundesplatz, am Dienstag, 22. September 2020, in Bern.

Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran gibt umringt von Klimaaktivisten ein dieses Mal autorisiertes Interview während der Aktionswoche Rise up for Change auf dem Bundesplatz, am Dienstag, 22. September 2020, in Bern.

Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran kritisiert in einem Interview einen Journalisten des «Echo der Zeit». Er habe ihre Aussagen unautorisiert verwendet. Mit Folgen.

Die Aussagen der Zürcher SP-Nationalrätin am Rande der Bundesplatzbesetzung der Klimajugend in Bern machten Schlagzeilen. Im Gespräch mit dem SRF-Journalisten Oliver Washington kritisierte sie den Fokus verschiedener Medien auf den «huere fucking Glarner».

Es ging um die Aussagen des Aargauer SVP-Nationalrates Andreas Glarner gegenüber seiner grünen Basler Ratskollegin Sibel Arslan. Er hatte sie als «Arschlan» betitelt und gesagt, so eine illegale Besetzung werde nur in ihrer Heimat toleriert. Er meinte die Türkei, wo Arslan familiären Hintergrund hat.

Badran sagte dem SRF-Journalisten wörtlich:

Die Aussage wurde später in der SRF-Radiosendung «Echo der Zeit» ausgestrahlt, worauf sie (zusammen mit den Ausfällen von Andreas Glarner) eine Debatte über eine Verschärfung des Tones in der Politik auslöste.

Zitat «nicht autorisiert»

In einem Interview mit dem Branchenportal «Medienwoche», kritisiert nun Badran das SRF. Der Satz «mit euch rede ich nicht», den sie vor dem Zitat geäussert habe, habe der Journalist weder gesendet noch respektiert. Stattdessen sei nur das «huere fucking»-Zitat ausgestrahlt worden. Damit sei das Zitat unautorisiert verwendet worden.

Badran sagt, sie sei bei der Begegnung sehr emotional gewesen, weil sie sich selbst seit 40 Jahre für die Umwelt einsetze, die Kameras und Mikrofone aber nicht auf die Klimajugend und ihre Forderungen, sondern auf Andreas Glarner gerichtet worden seien. Und sie gibt in Richtung Journalisten zu bedenken:

Als Reaktion auf Artikel, in denen ihr Radio-Zitat verwendet worden sei, habe Badran wüste Mails und auch eine Morddrohung erhalten, sagt sie im Medienwoche-Interview weiter.

In der Morddrohung stehe, dass es an der Zeit sei, «mit ganz anderen Mitteln» gegen eine Person wie Badran vorzugehen. Dass man sich wünsche, sie sei beim Flugzeugabsturz, den sie 2001 überlebt hat, ums Leben gekommen und dass es in Zukunft für sie schwierig werden würde, zur Ruhe zu kommen. Nach weiteren Drohungen sei der fehlerfrei verfasste Brief mit ein «Mitglied des Glarner-Fanclubs» unterzeichnet gewesen.

"Huere fucking Glarner": verbale Ausraster im Rahmen des umstrittenen Klimaprotests auf dem Bundesplatz in Bern

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SRF-Journalist wehrt sich gegen Kritik

Der von Badran kritisierte Journalist Oliver Washington wehrt sich auf Twitter gegen die Vorwürfe der Politikerin. Es tue ihm leid, dass Badran Drohungen bekommen habe, die Interview-Situation stelle sie aber falsch dar.

Er habe auf dem Bundesplatz die Klimajugend und Politiker interviewt. Vom Streit zwischen Glarner und Arslan habe er zu diesem Zeitpunkt gar nichts gewusst. Er schreibt weiter:

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