Er verschwand auf einem Gleitschirmflug in der Region Lauterbrunnen (BE) – Harrison Fast (28), US-Amerikanischer Speedflyer. Der Extremsport ist eine Art Paragliding mit zum Beispiel Skiern. Nun ist Harrison Fast seit Samstag vermisst. Drei Tage lang wurde er intensiv gesucht. Zu wenig lang, wie Harrisons Familie glaubt, und zu wenig intensiv.

Deshalb ist Mutter Jane Fast ins Berner Oberland gereist. Sie wohnt in Denver. Ihr Mann und die drei Töchter sind zuhause geblieben. «Er traute sich die Reise nicht zu. Es hätte ihn zu stark belastet», sagt sie am Donnerstag gegenüber dem «Nordwestschweiz»-Reporter. Dafür ist Harrisons Cousine Cassie Carothers hier.

Harrison Fast - Speedflyer aus den USA.

Harrison Fast - Speedflyer aus den USA.

Jane Fast war am Sonntagnachmittag von der lokalen Polizei informiert worden. «Sie wurde via Interpol zu uns geschickt. Das war mehr als 30 Stunden, nachdem Harrison verschwand», erzählt sie.

Mutter Jane sagt aber auch: «Ich bin noch immer sehr hoffnungsvoll. Er hatte etwas Wasser und wohl auch Proviant dabei.»

Der Sturm verhindert allerdings eine intensive Suche durch die Rettungskräfte. Doch längst hat Harrisons Familie die grösste private Suche auf die Beine gestellt, die das an Unglücke gewohnte Gemeinde Lauterbrunnen bislang gesehen hat.

Teuer: Der Helikopterflug über das Gebiet, in dem die Familie Harrison Fast zu hofft.

Teuer: Der Helikopterflug über das Gebiet, in dem die Familie Harrison Fast zu finden hofft.

Über Crowdfunding wurden bislang über 60'000 US-Dollar zusammengetragen. Aktuell unterstützen 965 Personen die Aktion der Fasts. Und die ist teuer. Der Helikopterflug von Jane Fast vom Dienstag wird mit 9000 Dollar angegeben.

Am Donnerstag lassen Mutter Jane und Cousine Cassie trotz schlechten Wetters Drohnen steigen, von denen sie rund zehn haben – und nehmen in Kauf einige zu verlieren.

Es besteht die Vermutung, dass er unterhalb des «Jungfraujochs» in eine Gletscherspalte gefallen ist.

Lauterbrunnen im Berner Oberland.

Harrison Fast war mit Freunden unterwegs, als sie beim Gleiten von einem Sturm überrascht wurden. Einige kamen mit Skiern ins Tal, zwei wurden per Helikopter gerettet. Doch das schlechte Wetter zwang die Rettungskräfte die Suche nach Harrison Fast abzubrechen. Die Polizei erklärt gegenüber dem «Nordwestschweiz»-Reporter, dass die Suche auch am Donnerstag noch unterbrochen ist, wegen des Wetters und bis es neue Hinweise gibt.

Cassie Carothers sagt dazu: «Von den Schweizer Rettern fühlen wir uns etwas im Stich gelassen. Warum hören die nach dem dritten Tag einfach auf? Warum keine Suche mit der Wärmebildkamera? Wir schalteten sogar das Weisse Haus ein.»

Das gefährliche Hobby ihres Sohnes hat die Mutter stets belastet: «Ich war immer in Sorge, dass er diesen Sport ausübt. Ich wusste, dass es riskant ist. Aber was will man tun?» Die Polizei habe ihr die Sachen von Harrison übergeben. Darin habe sie ein Geburtstagsgeschenk von ihrem Sohn gefunden. «Er wollte es mir bei seiner Rückkehr geben.»

Sie will von Tag zu Tag weiter sehen. Das Rückflugticket habe sie für den 6. April gekauft. Aber das könne man auch verschieben.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Harrison Fast noch gefunden wird. Der «Blick» berichtete von einer ähnlichen Aktion aus dem Jahre 2012, wo ein anderer ebenfalls in der Jungfrau-Region vermisster Speedflyer nach 68 Stunden gefunden werden konnte – auch er wurde privat gesucht. Wie Harrison Fast.