Verstorben
Nach dem Tod von Pankraz Freitag: Haben Politiker zu viel Stress?

Der Glarner FDP-Ständerat starb am Wochenende erst 60-jährig. Er ist nach Otto Ineichen der zweite nationale Poltiker, der an Herzversagen gestorben ist. Sind Politiker besonders gefährdet?

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Der Glanrer FDP-Ständerat Pankraz Freitag ist am Wochenende gestorben.

Der Glanrer FDP-Ständerat Pankraz Freitag ist am Wochenende gestorben.

Keystone

Stress schadet dem Herz, aber nur negativ. Politiker scheinen dafür besonders anfällig. Die Liste der Betroffenen ist lang.

Im Herbst 2012 stirbt der Luzerner FDP-Politiker Otto Ineichen an Herzversagen.

2008 erleidet FDP-Bundesrat Hans Rudolf Merz einen Herz-Kreislaufstillstand.

2006 bricht die Solothurner SP-Nationalrätin Bea Heim im Bundeshaus zusammen. Sie überlebt nur dank einem Defibrillator.

Heim hat die Warnsignale verstanden und gönnt sich heute viel mehr Auszeiten, wie sie gegenüber Tele M1 aus den Ferien ausrichten lässt.

Feri für kürzere Sessionen

Dass die Belastung in Bern gross ist, erlebt auch die Aargauer Nationalrätin Yvonne Feri. Ab der dritten Sessionswoche höre man denn auch Klagen. Sie fordert darum kürzere, dafür regelmässigere Sessionen.

«Ich glaube, wenn man zwischendurch mal ein Wochenende zurückliegen und ausschlafen könnte, wäre das Problem viel kleiner», sagt Feri.

Warnende Anzeichen

André Vuilliomenet, Chefarzt Kardiologie Kantonsspital Aarau, bestätig das. Man müsse lernen, den Stress zu umgehen. Wichtig sei es, den Tag einteilen zu können und auch Freizeit zu haben.

Vuilliomenet weiss aber auch: Ein Herz steht meist nicht ganz ohne Vorankündigung still.

«Nicht selten hat man zuvor gewissen Anzeichen», sagt er. Durchblutungs-Störungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Beschwerden auf der Brust gehören dazu. Das werde nicht richtig erkannt. Die betroffene Person denke, sie habe die Grippe. Dabei meldet sich das Herz. (rsn)