«Burglind» hat ordentlich gewütet und ganze Bäume geknickt oder entwurzelt. Rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sturmholz, nennt der Verband der Waldeigentümer, WaldSchweiz, eine erste provisorische Zahl. Besonders schlimm hat es die Kantone Aargau, Zürich, Solothurn, Bern und Luzern erwischt. Nun kommt das nächste Ungemach: Sturm Evi fegt am Dienstag mit 70 bis zu 160 km/h über die Schweiz. Gibt das den geschwächten Wäldern nun endgültig den Rest?

Als Sturm "Burglind" am 3. Januar in der Schweiz wütete, kannte er keine Gnade. Was labil war, wurde kurzerhand umgeworfen, geknickt oder herausgerissen. Einige Bäume, die zuvor fest und sicher standen, sind jetzt wackelig. Sie werden wahrscheinlich „Evi“ zum Opfer fallen. „Ich hoffe, dass es nicht schlimm kommt“, sagt Roger Wirz, Stadtförster von Forstbetrieb Region Aargau. „Es hat noch ein Haufen angestossener Bäume. Ein paar sind schon gefallen.“ Ebenfalls ungünstig ist, dass der Boden zurzeit nass und weich ist. Denn dadurch finden die Wurzeln weniger halt.

Dramatisch wird es nicht

Daniel Böhi, Leiter des Forstamtes Thurgau, sieht „Evi“ grundsätzlich gelassen entgegen: „Wir gehen davon aus, dass dieser Sturm keine grosse Schäden bringen wird, da er relativ schwach ist.“ Lokal würden wahrscheinlich ein paar instabile Bäume umfallen, doch die meisten seien bereits von „Burglind“ umgeworfen worden. Dramatisch werde es im Mittelland sicher nicht, sagt er. In den Alpen könne er es allerdings nicht ganz ausschliessen.

Auch der Direktor von WaldSchweiz, Markus Brunner, rechnet mit deutlich weniger Schäden. Eine genaue Prognose kann er jedoch nicht machen. Das Schlimmste dürfte mit „Burglind“ also bereits überstanden sein. In den Wald zu gehen, empfiehlt sich aber trotzdem nicht. Zu gross ist die Gefahr, von Bäumen, Ästen oder abgeknickten Baumkronen, die noch in anderen Bäumen hängen, getroffen zu werden. Deswegen verzichten die meisten Forstbetriebe die nächsten Tage darauf, im Wald zu arbeiten und das Aufräumen muss warten. „Die Sicherheit des Personals ist an erster Stelle“, sagt Brunner.

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