"Wenn sich ein Lotse nicht fit fühlt, dann arbeitet er nicht", sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa zu einem Bericht des "Tagesanzeiger". Die Regelung sei Teil des Sicherheitskonzeptes der Schweizer Flugsicherung. Ein Lotse müsse sich auf seine Arbeit konzentrieren können.

Bei den Krankmeldungen handle es sich ganz klar nicht um eine Protestaktionen gegen das Urteil, erklärte Barrosa gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA weiter. Die in der Schweiz erstmalige Verurteilung eines Flugverkehrsleiters, und das auch noch für einen Vorfall, bei dem kein Schaden entstand, habe die Fluglotsen aufgewühlt und verunsichert.

Zahlreiche Lotsen hätten den internen Betreuungsdienst konsultiert. Dieser unterstützt die Flugverkehrsleiter insbesondere im Stressmanagement.

Kapazitätsreduktion wegen Personalmangel

Die "absolut ungewöhlich hohe Anzahl" von Krankmeldungen hat bei Skyguide zu einem Personalmangel geführt. Die Flugsicherung hat deshalb die maximalen Kapazitäten im Schweizer Luftraum verringert. In der Luft wurde die Kapazität um 25 Prozent reduziert, bei An- und Abflügen an den Flughäfen Zürich und Genf um jeweils 10 Prozent.

Auf den Luftverkehr wirkt sich die Beschränkung laut Barrosa "nur minim" aus. In der Luft sind primär Flugzeuge betroffen, welche die Schweiz lediglich überflogen hätten. Sie müssen das Land nun umfliegen.

An den Flughäfen verursache die Kapazitätsverringerung Verspätungen von höchstens ein paar wenigen Minuten, betonte der Skyguide-Sprecher. Grössere Verspätungen gäbe es in der Regel wegen Überlastungen in anderen Ländern aufgrund des erhöhten Ferienverkehrs.

Das Bundesgericht hatte am Donnerstag einen Fluglotsen zu einer hohen Geldstrafe verurteilt für eine sogenannte "ungewollte Annährung" zweier Verkehrsflugzeuge im April 2013 über dem Kanton Luzern.

Skyguide kritisierte das Urteil, weil es sich um eine Verurteilung handle, ohne dass ein Schaden entstand. Die Sicherheitsnetze hätten funktioniert und die Situation sei damals rasch entschärft worden.