Das Bundesgericht hatte im Jahr 2017 entschieden, dass Schulen von den Eltern für obligatorische Schullager maximal 16 Franken pro Tag verlangen dürfen. Dieser Entscheid weckte Befürchtungen, dass Schulsportlager aus Spargründen gestrichen werden könnten.

Schullager seien jedoch für die Entwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen wichtig, wie der Bundesrat in seinem am Freitag veröffentlichten Bericht festhält. Sie würden den Kindern positiv prägende Erlebnisse ermöglichen.

Er hat daher entschieden, Schulsportlager mit mehr Geld zu unterstützen. Dabei sollen nur die obligatorischen Schulsportlager berücksichtigt, welche nach den Regeln von Jugend+Sport (J+S) durchgeführt werden. Dies ist etwa der Fall, wenn mindestens 12 Personen teilnehmen, sie über vier Tage stattfinden und an mindestens vier Stunden Sport gemacht wird. Ansonsten liegen Schullager in der Zuständigkeit der Kantone.

Von 7,60 auf maximal 16 Franken erhöhen

Derzeit beträgt die Bundesunterstützung für J+S-Lager 7,60 Franken pro Tag und Teilnehmerin oder Teilnehmer. Der Bundesrat schlägt nun vor, den Betrag auf maximal 16 Franken zu erhöhen. Dies würde für die Schulen, die kantonalen oder kommunalen Behörden oder nationale Sport- und Jugendverbände gelten.

Gemäss Bundesrat sollen die höheren Beiträge an die Schullager aus dem bestehenden Kredit für J+S-Lager finanziert werden. Das Bundesamt für Sport wird von der Erhöhung der Beiträge für J+S-Lager also nur soweit Gebrauch machen können, wie dies dauerhaft innerhalb des derzeitigen Kreditrahmens möglich ist.

Dafür müssten somit Mittel frei werden. Dies soll in absehbarer Zeit der Fall sein. Zwar wachse die Anzahl Teilnehmer an solchen Lagern weiterhin, allerdings nicht mehr so stark wie in früheren Jahren, wie es auf Nachfrage beim Bundesamt für Sport hiess. Aus diesen frei werdenden Mitteln sollen die zusätzlichen Beiträge an die Lager finanziert werden. Es gebe Hinweise dafür, dass sich diese Entwicklung bestätigen werde.

Bislang 9,8 Millionen für J+S-Lager

Im Jahr 2018 wurden gemäss Bericht für die J+S-Lager rund 9,8 Millionen Franken ausbezahlt. Bei maximal neu 16 Franken pro Tag würden sich die Mehrkosten auf rund 10,8 Millionen Franken pro Jahr belaufen.

Gestützt auf den finanziellen Spielraum im J+S-Kredit schlägt der Bundesrat jedoch vor, die Lagerbeiträge vorläufig auf höchstens 12 Franken pro Teilnehmerin und Tag zu erhöhen. Damit belaufen sich die Mehrkosten auf 5,7 Millionen Franken pro Jahr.

Der Bundesrat hatte den Bericht im Auftrag von Nationalrat Duri Campell (BDP/GR) erstellt. Für die rechtliche Umsetzung braucht es eine Teilrevision der Sportförderungsverordnungen.