Mit Sarah Bösch steigt eine Parteilose ins St. Galler Ständeratsrennen, die es 2015 in die nationalen Schlagzeilen schaffte. Allerdings nicht mit ihrer Politik, sondern nachdem sie als 33-Jährige mit 0,8 Promille am Steuer von der Polizei erwischt wurde und sich auf Facebook negativ über die Kontrolle äusserte. Auf dem Weg zur Blutentnahme im Spital kommentierte sie auf Facebook: "Werde von Polizisten begleitet wie ein Sträfling. Unglaublich, bin geschockt! Krasse Bürokratie." Bekannt wurde der Vorfall als «Bier-Affäre». 

Die 36-jährige SVP-Politikerin trat danach aus dem Stadtparlament von Wil aus und kam dem Ausschluss der SVP-Fraktion zuvor. Es war ein kurzes politisches Intermezzo. Sie gehörte dem Parlament erst seit 5 Monaten an. 2015 trat sie ausserdem mit einer eigenen Liste zur Nationalratswahl an, gewählt wurde sie aber nicht.

2016 gründete Sarah Bösch in der Stadt St. Gallen eine Hotelkrippe, wo Kinder rund um die Uhr betreut werden. So liege ihr auch die Familien-Politik besonders am Herzen, wie sie in ihrer Mitteilung schreibt: «Hier geht es um das Zusammenleben, die Kinder, die Erziehung, die Bildung, den Beruf und die Lebensqualität. Da rede ich mit viel Lebenserfahrung, da kenne ich mich aus, da bin ich tief verwurzelt.»

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ihr ein grosses Anliegen, führt Bösch aus. Sie sehe sich als Brückenbauerin für die Chancengleichheit der Eltern, der Arbeitgeber, der Kinder und auch der Kinder mit Behinderungen. Es brauche dazu finanzielle Mittel vom Staat und die Bereitschaft durch die Privatwirtschaft, pragmatische und praxistaugliche Lösungen zu finden.

Die 36-jährige Bösch erwähnt in ihrem Schreiben die geringe Anzahl Frauen im Ständerat. Es brauche darum nicht nur für den Kanton St.Gallen eine qualifizierte Frau im Ständerat.

Bereits aufgestellte Kandidaten für die Ständeratswahl sind Beni Würth (CVP), Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP), Mike Egger (SVP) und Patrick Ziltener (Grüne).