Via Twitter verkündete Juso-Chefin Tamara Funiciello ihre Sympathie für die Tessiner SP-Grossräting Lisa Boria Mirra. Diese wurde festgenommen, nachdem sie vier Migranten den illegalen Grenzübertritt in die Schweiz ermöglichen wollte.

Doch es blieb nicht nur beim Lob für die Fluchthelferin: Gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» rief Funiciello öffentlich dazu auf, es der 43-jährigen Tessinerin gleichzutun. «Natürlich würde ich mir wünschen, dass das nicht nötig wäre. Aber wenn elementare Rechte von Flüchtlingen an unseren Grenzen nicht garantiert werden, müssen wir uns wehren – auch ausserhalb des gesetzlichen Rahmens», erklärte die Juso-Chefin. 

Gestrandete Flüchtlinge in Como

Gestrandete Flüchtlinge in Como (Juli 2016)

Seit Mitte Juli sind hunderte Migranten in der norditalienischen Grenzstadt Como gestrandet. Sie biwakieren in der Nähe des Bahnhofs und werden von Freiwilligen aus Italien und dem Tessin mit Essen versorgt. Vielfach warten sie auf eine Gelegenheit, die Schweiz zu durchqueren, um nach Deutschland oder Skandinavien zu gelangen.

Junge SVP fordert Rücktritt von Funiciello

Während Funiciello in sozialen Netzwerken gleichermassen Kritik und Lob für ihre Worte erntet, erkennt die Junge SVP des Kantons Bern darin einen «öffentlichen Aufruf, das unmenschliche Schlepperwesen aktiv zu unterstützen». Dies berichtet die Tageszeitung «Blick» am Montagmorgen. 

Deshalb ergreift die JSVP «rechtliche Schritte und zeigt Funiciello wegen Aufforderung zu Straftaten an», wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Denn der öffentliche Aufruf zum Gesetzesbruch sei ein Schlag ins Gesicht gegenüber allen rechtschaffenen Bürgern in der Schweiz.

Die Anzeige reichen die beiden Jungpolitiker Adrian Spahr und Nils Fiechter ein. Gleichzeitig fordern die beiden Funiciello auf, «ihr Amt als Präsidentin der Juso Schweiz niederzulegen».