Dino Nodari

Rudolfstetten-Friedlisberg, Oberwil-Lieli und Widen bestätigen, dass sie den Betrag für die Bevölkerungsbefragung wieder aus dem Budget genommen haben. Es war geplant, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der vier Mutschellen-Gemeinden zum Stadt-Thema befragt werden. «Die Befragung hätte unter fachmännischer Begleitung und mit den gleichen Fragen für alle Gemeinden durchgeführt werden sollen», erklärt Rudolfstettens Gemeindeammann Alfred Oggenfuss. Unter den Gemeinderäten habe es jedoch keine Mehrheit für eine Befragung gegeben.

Berikon machte nicht mit

Recherchen der AZ Freiamt haben ergeben, dass die Gemeinde Berikon bei der gross angelegten Befragung nicht mitmachen wollte. «In Berikon beginnen wir nächste Woche mit der Zukunftskonferenz zum Leitbild», erklärt Gemeindeammann Peter Oggenfuss. Da könne dieses Thema angesprochen werden. Nach den zuletzt sehr zurückhaltenden Äusserungen von einigen Gemeinderäten wollte die Gemeinde Berikon nicht noch mehr Geld in die Hand nehmen, um die Bevölkerung zum Stadt-Thema zu befragen. «Schliesslich investieren wir schon viel in die Zukunftskonferenz», sagt Peter Oggenfuss weiter.

«So hätte die Befragung keinen Wert gehabt», erwidert Alfred Oggenfuss. «Wenn schon, dann hätten alle die gleichen Fragen beantworten müssen, sonst würden die Resultate sofort angezweifelt.» Er bedauert, dass die Befragung nun vom Tisch ist, weil die Ergebnisse auch für die Erstellung von zukünftigen Leitbildern wertvoll gewesen wäre.

Auch Andreas Glarner bedauert diesen Schritt. Der Gemeindeammann von Oberwil-Lieli ist zwar ein erklärter Gegner der Stadt Mutschellen, hätte aber die Befragung begrüsst. «So hätte man herausgefunden, was die Bevölkerung wirklich zur Stadt Mutschellen denkt.» Gemäss Richtofferten hätte die Bevölkerungsbefragung insgesamt etwa 60 000 Franken gekostet.

«Nur auf Eis gelegt»

Für Widens Gemeindeamtsfrau Vreni Meuwly ist das Thema nicht vom Tisch. «Die Befragung wird jetzt erst einmal auf Eis gelegt, aber das Thema wird sicher wieder aufgegriffen.» Es sei zwar unwahrscheinlich, dass die Bevölkerung im nächsten Jahr zur Stadt befragt werde, aber zu einem gegebenen Zeitpunkt werde das Thema sicher wieder aufgenommen. «Aber sicher nicht so lange, bis alle Gemeinderatswahlen durch sind und sich die neuen Gemeindeammänner in Rudolfstetten und Berikon eingearbeitet haben.»