Der 61-jährige, verheiratete Familienvater stammt selbst aus Kalabrien. Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft ihm vor, in der Zeit von 2003 bis 2011 an mehreren Aktionen der 'Ndrangheta in der Schweiz und Italien beteiligt gewesen zu sein.

Der Angeklagte befindet sich nicht in Haft. Gemäss BA hat er auf Bestellung eines Mafia-Clans in Mailand illegal Waffen in der Schweiz gekauft. Diese soll er nach Kalabrien gefahren haben und dabei gewusst haben, dass die Waffen für die kriminellen Aktivitäten der 'Ndrangheta bestimmt waren.

Der Staatsanwalt des Bundes hielt in seinem Plädoyer fest, dass der Angeklagte die Dienste der Mafia für die Bewachung von Hanffeldern in der Schweiz nutzte, namentlich im Kanton Bern.

Dem Italiener wird weiter vorgeworfen, an zahlreichen Treffen der 'Ndrangheta in der Lombardei und in Kalabrien teilgenommen zu haben - an Aufnahme-Zeremonien neuer Mafia-Mitglieder. Er sei in den Jahren 2003 und 2004 aktiv an Operationen der kalabresischen Mafia beteiligt gewesen, bei denen es in und um Turin zu blutigen Aktionen kam.

Der Angeklagte muss sich wegen des Transportes von mehreren Kilogramm Kokain und Haschisch zudem wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.