Baden
«Müssen uns nicht scheuen, ein Teil von Baden zu sein»

An der Informationsversammlung in Neuenhof wurde keine Kritik laut am geplanten Zusammenschluss mit Baden. Die Schule wurde als wichtiger Baustein davon bezeichnet.

Drucken
Teilen
Neuenhof

Neuenhof

Aargauer Zeitung

Andreas Tschopp

Neuenhof begrüsst den Zusammenschluss mit der Stadt Baden: Dieses Fazit lässt sich vom zweiten Informationsabend über das 2007 lancierte Projekt in Neuenhof ziehen, zu dem rund 90 Einwohner aus dem künftigen Stadtteil erschienen.

Alle sind zufrieden mit den gebotenen Informationen, niemand opponiert offen und kaum einer stellt kritische Fragen: Wovon Politiker normalerweise nur träumen können, das ist am Mittwochabend eingetreten in der Turnhalle Zürcherstrasse in Neuenhof. Rund 90 Personen liessen sich dort über den geplanten Zusammenschluss mit Baden informieren. Schwerpunktthema dabei war die Schule. Moderator Peter W. Frey schickte einleitend voraus, dass das «Kleeblatt» ausgeklammert bleiben sollte, «da es ohnehin schon zu spät ist und die Behörden damit leben müssen, wie auch immer es raus-kommt am Sonntag». Dennoch schwang das «Kleeblatt» im Hintergrund stets mit in der Diskussion, vor allem wenn es um den Oberstufenstandort Neuenhof ging.

«Oberstufe wird bleiben»

Ob dieser definitiv gesichert sei, wollte der Moderator wissen. «Wir sind voll überzeugt, dass dem so ist», sagte Heidi Mazenauer als Vertreterin der Schulpflege Neuenhof. Als Vertreter des BKS betonte Martin Stark, dass heute zwei Gemeinden die Oberstufenstandorte festlegen würden und der Kanton bloss eingreifen müsste, wenn sich Baden und Neuenhof nicht einigen könnten. Nach dem Zusammenschluss würde Neuenhof behandelt wie eine der anderen Badener Quartierschulen, über welche die Stadt dann frei entscheiden könne. «Die Oberstufe Neuenhof wird bleiben, allein schon wegen ihrer Grösse», folgerte Stark. Badens Stadtammann Stephan Attiger nahm dieses Votum mit Zufriedenheit auf. «Ihr müsst keine Angst haben, dass ihr die kritische Grösse nicht erreicht», sagte Attiger zu den Neuenhofern und betonte, dass Baden nur so viele Schüler aufnehmen könne, wie Platz vorhanden sei. Wenn neu investiert werden müsse, «wollen wie lieber dort bauen, wo die Schüler wohnen», bekräftigte der Badener Stadtammann. Dieser unterstrich auch, dass Schüler aus Neuenhof, die heute die Bez in Wettingen besuchen, nicht zwangsweise nach Baden wechseln müssten.

«Der Kampf für die Oberstufe Neuenhof hat sich gelohnt. Sie wird ein wichtiger Baustein beim Zusam-menschluss», stellte Armin Poznicek in der Diskussionsrunde fest. In dieser betonte zudem ein Lehrer mit 40 Dienstjahren, dass die Schule Neuenhof gut ins Konzept von Baden passe. «Wir müssen uns nicht scheuen, ein Teil der Schule Baden zu werden», so das Fazit der erfahrenen Lehrkraft.

Handeln, solange noch attraktiv

Angesprochen auf teilweise widersprüchliche Aussagen zur Finanzlage Neuenhofs, meinte Gemeindeammann Walter Benz, dass die Gemeinde heute zwar noch über ein Eigenkapital verfüge und weniger hoch verschuldet sei als Baden. Die weiteren Aussichten seien aber weniger rosig: «Wir müssen agieren, bevor wir krank und damit als Braut nicht mehr attraktiv sein werden», bekräftigte Benz. Der Gemeindeammann unterstrich, dass Neuenhof beim Zusammenschlussprojekt als «absolut gleichberechtigter Partner» ernst genommen werde von Baden. Zwar würden in der Stadt noch viele Klischees über Neuenhof kursieren, doch «einigen gingen die Augen auf, als sie uns besucht haben», so Benz.

Aktuelle Nachrichten