Eine Umfrage am Zürcher Hauptbahnhof zeigt: Das Verständnis für die Preiserhöhung ist zwar da, doch langsam erreichen die Billettpreise die Schmerzgrenze.

«Ich muss mir nun überlegen, ob ich nicht lieber das Auto nehme von A nach B», sagt ein Pendler im Video-Interview mit der Agentur Keystone. «Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht mehr.»

«Solange ich einen Vorteil gegenüber dem Auto habe, zahle ich gerne etwas mehr», findet ein anderer ÖV-Benutzer, der die Preiserhöhung akzeptiert.

Besonders zu spüren bekommen die Preiserhöhung junge ÖV-Benutzer, ohne Auto und mit wenig oder keinem Einkommen. «Für Leute, die wie ich unter Spardruck stehen, ist das schlecht», bestätigt ein junger Pendler. «Dann kann ich mir das GA fast nicht mehr leisten.»

Eine andere Passantin findet, dass Autofahren teurer werden müsste. «Dann würde man sich auch nicht so aufregen über die Preiserhöhung bei der SBB.»

Preisanstieg für SBB-Tickets: Das sagen die Pendler

Preisanstieg für SBB-Tickets: Das sagen die Pendler

Preisüberwacher kritisch

Preisüberwacher Stefan Meierhans hat angekündigt, den Anstieg mit einem kritischen Auge zu betrachten. «Es ist ein sensibler Bereich: Einerseits muss man sicherstellen, dass die Leute weiterhin Zug fahren, andererseits muss der ÖV rentabel bleiben.»

Angesprochen auf die sinkenden ÖV-Subventionen vonseiten Bund und Kantonen, sagte Meierhans auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass dies eine politische Frage sei. Er erinnerte jedoch daran, dass das Volk im Februar mit dem Ja zur FABI-Vorlage ein klares Bekenntnis zum Schienenverkehr abgegeben habe.

VCS: «Wer bestellt, soll auch bezahlen»

Der VCS appellierte an die öffentliche Hand. Der Verband habe "ein gewisses Verständnis" für die Erhöhung der ÖV-Tarife. Doch müssten Bund und Kantone ihre Verantwortung für den regionalen Personenverkehr besser wahrnehmen.

"Bund und Kantone müssen ein gutes Angebot bestellen und auch bezahlen", liess sich VCS-Präsidentin Evi Allemann in einem Communiqué zitieren. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen der langfristigen Planung der öffentlichen Hand und der tatsächlichen Bereitschaft, die aus der Planung entstehenden Kosten abzugelten.

"Das Risiko tragen einseitig die Transportunternehmen." So sähen sich sich diese nun erneut zu einer Tariferhöhung gezwungen. (cze/sda)