Der Schweizerische Arbeitgeberverband hält nichts von Quoten, auch nicht vom jüngsten Quotenvorschlag der Sozialkommission des Nationalrats (SGK). Diese will Firmen mit mehr als 250 Angestellten verpflichten, ein Prozent der Arbeitsplätze für Behinderte zu reservieren. Sie sollen damit dazu beitragen, dass möglichst viele IV-Rentner wieder in den Arbeitsmarkt zurückfinden.

Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes beurteilt den Vorschlag «negativ», wie er gegenüber Radio DRS erklärte. Der Verband sei auf dem falschen Fuss erwischt worden.

Die Quoten würden die Zahl der Behindertenarbeitsplätze in Schweizer Firmen nicht anheben, glaubt Daum. Firmen würden lieber zahlen statt einen Quotenplatz zu Verfügung zu stellen. Die Busse pro nicht zu Verfügung gestelltem Arbeitsplatz beträgt 14000 Franken. Bei grossen Firmen könnte das allerdings ins Geld gehen. ABB beispielsweise müsste auf Grund ihrer Grösse 50 Arbeitsplätze für Behinderte anbieten, Migros gut 800 und Coop 500. «Der Vorstoss ist nicht geeignet, die Unternehmen zu besonderen Anstrengungen zu bewegen», sagt Daum.

Auch Burkhalter ist dagegen

Gegen eine Quotenregelung ist auch der zuständige Bundesrat Didier Burkhalter. Im Dezember wird der Nationalrat den Vorschlag im Rahmen der 6. IV-Revision beraten. Er hat im Parlament nur eine Chance, wenn die CVP wie jetzt in der Sozialkommission den Vorschlag befürwortet.

Die Quoten-Regelung ist ein Art Kompensation für die geplanten Kürzungen der IV-Rente. Im Rahmen der 6. IV-Revision ist auch vorgesehen, dass 16 800 IV-Rentner wieder eine Stelle finden.Die Regelung soll nur bis 10 Jahre nach Inkrafttreten der 6. IV-Revision gelten. (rsn)