Burkini

Musliminnen mussten in der Burka baden oder gar nicht

Aheda Zanetti (links) und ein Model im Burkini.ho

Burkini

Aheda Zanetti (links) und ein Model im Burkini.ho

Der Koran verlangt, dass sich muslimische Frauen bedeckt halten, ausgenommen sind Gesicht, Hände und Füsse. Leicht bekleidet an den Strand zu gehen, wäre Gotteslästerung. Der Burkini wurde aber erst vor sechs Jahren erfunden. Davor musste im Burka gebadet werden.

Da es für gläubige Musliminnen keine adäquate Badekleidung gab, entwarf die 42-jährige Muslimin libanesischer Abstammung 2004 einfach selbst einen «Burkini», eine Mischung aus traditioneller Burka und Bikini.

Der zweiteilige Badeanzug besteht aus langen Hosen und einem langärmeligen, sweatshirt-artigen Oberteil, an dessen Nacken eine Kapuze festgenäht ist. Sie ersetzt das Kopftuch. Der Burkini wird aus Kunstfasern hergestellt, haftet dadurch in nassem Zustand nicht an der Haut und verhindert so, dass die Konturen des weiblichen Körpers sichtbar werden, wenn die Burkini-Trägerin das Wasser verlässt. Erhältlich sind Burkinis mittlerweile in den verschiedensten Farben und Mustern. Es gibt einzelne Fachgeschäfte, die sie vertreiben, vor allem werden sie aber in Internet-Shops angeboten. Dabei liegt der Preis pro Burkini bei mindestens 150 Franken.

Name Burkini ist umstritten

Burkinis sind schariakonform entwickelt worden. Dennoch werden sie noch nicht von allen Muslimen akzeptiert.
Neben dem Badeanzug an sich ist der Name Burkini ein weiterer Streitpunkt. Im Internetshop der deutschen Firma m-haditec erklärt diese beispielsweise: «Wir bieten eine reichhaltige Auswahl an so genannten ‹Malibas› für die muslimische Frau an. Wir nennen die Badeanzüge für muslimische Frauen bewusst nicht Burkini, weil dieser westlich erfundene Begriff durch die Kombination zwischen Burka und Bikini eher eine Verachtung des Anzuges ausdrücken soll.» Die Bezeichnung Malibas setzt sich aus Ma (arabisch für Wasser) und libas (arabisch für Kleid) zusammen.

Für Aheda Zanetti hingegen ist der Name zweitrangig: «Der Burkini ist mein Beitrag, um Muslime und die westliche Kultur näher zusammenzubringen. Damit können wir muslimischen Frauen sein wie alle anderen», erklärte sie bei einem Radiointerview. (aw)

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