Das aus schweren Turbulenzen hervorgegangene Gesetz verpflichtet die bundeseigenen 15 Museen und zahlreichen Sammlungen erstmals auf gemeinsame Ziele und einen einheitlichen Auftrag. "Ende gut, alles gut", konnte Kommissionssprecher Mario Fehr (SP/ZH) feststellen. Kulturminister Pascal Couchepin freute sich über ein "Festival der Zustimmung".

Unter die Ziele der Museen hatte der Ständerat auch den "Beitrag zu einem attraktiven Wissenschafts-, Wirtschafts- und Tourismusstandort" aufgenommen, was der Nationalrat nun um den Bildungsstandort ergänzte. Neu bestimmte die grosse Kammer, dass sich die Museen auch um das immaterielle Gedächtnis des Landes kümmern sollen.

Gemeint ist damit das "Intangible Cultural Heritage" an Praktiken, Darbietungen, Ausdrucksformen, Kenntnissen und Fähigkeiten. Damit entspricht das neue Gesetz der UNESCO-Konvention und dem Museumsbegriff des Internationalen Museumsrates (ICOM).

Eine besondere Stellung nimmt im neuen Konzept die Musée Suisse Gruppe ein, deren acht Häuser heute zusammen mit dem Sammlungszentrum Affoltern am Albis Teil der zentralen Bundesverwaltung sind. Sie wird redimensioniert und als öffentlich-rechtliche Anstalt zum Schweizerischen Nationalmuseum (SNM).

Zum SNM gehören das Landesmuseum in Zürich (mit dem Sammlungszentrum) sowie die Zweigstellen Schloss Prangins VD und Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz. Sie sollen die Landesgeschichte darstellen, sich mit der Identität der Schweiz auseinandersetzen und andern Museen als Kompetenzzentrum dienen.