Mundart-Debatte

Mundart-Zwang im Kindergarten soll in die Verfassung

Nicht Hochdeutsch, sondern in Mundart sollen die beiden Kindergärtlerinnen unterrichtet werden. (Archiv)

Nicht Hochdeutsch, sondern in Mundart sollen die beiden Kindergärtlerinnen unterrichtet werden. (Archiv)

Die SVP des Kantons Schaffhausen startet eine Volksiniative für Mundart im Kindergarten. Geprüft wird sogar, den Mundartzwang in der Kantonsverfassung zu verankern – schweizweit ein Novum.

«Wir planen eine Volksinitiative, um die Mundart als Kindergartensprache durchzusetzen», bestätigt SVP-Politiker Mariano Fioretti gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und überlegen, dass wir das in die Kantonsverfassung schreiben.» Damit würde die Regelung über dem Harmos-Konkordat stehen, sagt Fioretti. «Es könnte mit Harmos nicht mehr ausgehebelt werden.»

Auch in anderen Kantonen wird die SVP jetzt aktiv, nachdem die Zürcher Stimmbevölkerung eine Volksinitiative für Mundart im Kindergarten gutgeheissen hat. Im Kanton Glarus will die Partei eine Sprachquote bekämpfen, die vom kantonalen Bildungsdepartement weitgehend unbemerkt in Kraft gesetzt  worden war. Sie sieht vor, dass zwei Drittel des Unterrichts im Kindergarten auf Hochdeutsch stattfinden muss.

Unterrichtssparche ist Mundart

«Wir wurden nie über diese Weisung informiert», sagt Peter Rothlin, Präsident der SVP Glarus. «Wir werden einen Memorialsantrag, also eine Initiative zur Weiterführung der Mundart im Kindergarten ergreifen und Mitte Juni im Landrat einreichen», kündigt Rothlin an. Darin fordert die SVP: «Unterrichtssprache in den ersten beiden Jahren nach der Einschulung (Kindergartenstufe) ist grundsätzlich die Mundart.»

Eine Sprachquote gibt es auch im Kanton Graubünden. Eine Weisung des Amts für Volksschule und Sport schreibt vor: «An mindestens der Hälfte der Halbtage pro Woche spricht die Kindergartenlehrperson ausschliesslich Hochdeutsch.» Diese Regelung gilt seit Schuljahr 2009/2010 an allen Kindergärten. Sämtliche Kindergärtnerinnen wurden an der Pädagogischen Hochschule nachgeschult «Das ist uns neu», sagt Jon Peider Lemm, Präsident der SVP Graubünden: «Wir werden jetzt einen Vorstoss im Kantonsparlament gegen diese Weisung prüfen.»

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