Milan 2015

Multis als Sponsor: Schweizer Expo-Auftritt in der Kritik

Die drei grössten Schweizer Städte präsentieren sich an der Expo 2015 selbst. Finanziert werden diese Auftritte unter anderem von Konzernen wie Syngenta oder Nestlé. Das stösst bei NGOs auf Kritik.

Bis zu 1,5 Millionen Franken lassen sich die drei grössten Schweizer Städte ihren Auftritt an der Expo 2015 in Mailand kosten. Möglich macht das die finanzielle Beteiligung von Sponsoren wie dem Agrar-Chemie-Konzern Syngenta oder dem Lebensmittel-Multi Nestlé.

Zum Dank erhalten die Sponsoren im Schweizer Pavillion eine grosszügige Ausstellungsfläche. Nichtregierungsorganisationen, den sogenannten NGOs, stösst dieser Deal sauer auf. Das Thema Welternährung, welches die Expo 2015 prägt, werde so nur einseitig aus der Seite der Konzerne beleuchtet, so der Vorwurf.

«Syngenta steht für patentiertes Saatgut, Monokulturen und Pestizide», sagt Roman Künzler von der Organisation Mutliwatch. Dies führe ernährungstechnisch in eine Sackgasse. Demgegenüber wolle man Widerstand leisten. Multiwatch ist ein Zusammenschluss verschiedener NGOs und Globalisierungskritiker mit dem Ziel, Schweizer Grosskonzernen auf die Finger zu schauen. 

NGO's kritisieren den Schweizer Auftritt an der Expo

NGO's kritisieren den Schweizer Auftritt an der Expo

Kritischer Dialog erwünscht

Syngenta ist Hauptsponsor des Basler Auftritts. Der Konzern bezahlt dafür rund 200'000 Franken. Die Basler Regierung sieht darin kein Problem. Es sei wichtig, die Konzerne auch mit an Bord zu haben, sagt der Basler Regierungspräsident Guy Morin. Ebenso wie andere Exponenten, wie die biologische Landwirtschaft oder Pro Specie Rara. Dies ermögliche einen kritischen Dialog.

Ein solcher werde nicht stattfinden, kontert Multiwatch. Syngenta werde seine Strategie zur Welternährung vom 22. Mai bis 2. Juni «unwidersprochen darlegen können.» Die biologische Landwirtschaft werde erst im August präsent sein. Aus protest plant die Organisation im April eine internationale Konferenz zum Thema Agrarbusiness à la Syngenta.

Auch für das Zusammenspannen mit Nestlé als Hauptsponsor des Schweizer Auftritts gibt es Kritik. «Die Schweiz sendet so ein falsches Signal», sagt Miges Baumann von der Organisation «Brot für alle». Anstatt vorbildliche Landwirtschaftspolitik aufzuzeigen, werde die Expo als Produktemesse für Konzerne missbraucht.

Die Expo 2015 in Mailand beginnt am 1. Mai und dauert bis am 31. Oktober. (cze)

Der Schweizer Pavillon an der Expo 2015 nimmt Gestalt an

Der Schweizer Pavillon an der Expo 2015 nimmt Gestalt an

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