Tankstellenshops

Müssen wir wegen 23 Tankstellenshops an die Urne?

Auf der Autobahnraststätte Würenlos gehen Trickdiebe um.

Bei einem gorssen Teil der Tankstellenshops handelt es sich im Autobahnraststätten wie jene in Würenlos (Archiv)

Auf der Autobahnraststätte Würenlos gehen Trickdiebe um.

Die Sonntagsallianz sammelt Unterschriften für ihr Referendum „Nein zum 24 Stunden Arbeitstag». Falls es zustande kommt, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wegen 23 Tankstellenshops an die Urne gerufen.

Mit dem Referendum «Nein zum 24 Stunden Arbeitstag» will die Sonntagsallianz - ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Kirchen, Frauenorganisationen und linken Parteien - gegen drohende Nachtarbeit ankämpfen. Sie schreibt auf ihrer Homepage: «Die grossen Detailhandelsketten und die Erdölvereinigung wollen den 24-Stunden-Arbeitstag durch die Hintertür einführen - zuerst bei den Tankstellenshops, dann im ganzen Detailhandel.» Doch wenn das Referendum zustande kommt, wird nicht generell über Nachtarbeit, nicht über die die generelle 24-Stunden-Öffnungszeiten abgestimmt.

Zur Diskussion steht lediglich der Beschluss des Parlamentes, dass Tankstellenshops an Autobahnen und Hauptverkehrsachsen ihr gesamtes Sortiment auch in der Nacht anbieten dürfen. Jetzt müssen sie von 1 bis 5 Uhr nachts einen Teil ihres Sortimentes abdecken und dürfen lediglich Benzin und Kaffee verkaufen. Wie die «NZZ» am Mittwoch schreibt, betrifft es auch nicht hunderte von Läden, sondern lediglich 23 Tankstellenshops vorwiegend an Autobahnen und fünf in den Agglomerationen Zürich, Genf und St. Gallen.

Nicht wirtschaftlich

In der Schweiz gibt es 1350 Tankstellen mit einem Shop, bis auf die 23 wenige Ausnahmen schliessen sie aber um 22 oder um 23 Uhr, je nach kantonaler Regelung. Kommt die Liberalisierung der Öffnungszeiten, wie sie das Parlament im Dezember verabschiedet hat, komme keine Flut an neuen 24-Stunden-Läden. Walter Eberle, Präsident des Verbands der Tankstellenbetreiber sagt gegenüber der «NZZ», die Angst, dass viele neue Läden dazukämen, sei unbegründet: «Es muss sich wirtschaftlich lohnen», sagt Eberle, «geeignete Standorte gibt es aber nur ganz wenige.»

Warum dann trotzdem das Referendum? Vania Alleva, Co-Präsidentin der Unia und Mitglied des Referendum-Komitees sagte gegenüber der «NZZ» bis vor kurzem hätte ihr niemand Auskunft geben können, wie viele Shops tatsächlich betroffen seien. Die Befürchtung sei aber nach wie vor, so die Gewerkschafterin, dass sich die Sonderregelung auf weitere Tankstellen ausweiten könnte und sich schliesslich auf den Detailhandel ausdehne. Diesen Dammbruch gelte es zu verhindern.

Coop mit 196 und Migros mit 153 Läden gehören zu den grossen im Tankstellenshop-Geschäft. Bei beiden Firmen gibt es keinen einzigen Shop, der nachts geöffnet habe und beide Firmen sehen keinen Bedarf für einen 24-Stunden-Betrieb.

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