AKW-Mühleberg

Mühleberg-Gegner: «Es ist richtig, einen Marschhalt einzulegen»

Der geöffnete Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerkes im bernischen Mühleberg (Archiv)

Der geöffnete Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerkes im bernischen Mühleberg (Archiv)

Die Gegner eines neuen Atomkraftwerks in Mühleberg begrüssen den Entscheid von Bundesrätin Doris Leuthard, die Rahmenbewilligungsverfahren für den Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis zu legen: Das sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Nach der Atomkatastrophe in Japan sei es richtig, erst einmal innezuhalten und die laufenden Verfahren einer Prüfung zu unterziehen, sagte Jörg Rüetschi, Koordinator des Komitees Nein zum neuen AKW Mühleberg, am Montag der Nachrichtenagentur SDA.

Ob Leuthards Entscheid nur ein Zwischenstopp sei oder aber das Anfang vom Ende der Atomtechnologie bedeute, werde sich weisen, sagte Rüetschi. Es sei ja auch noch nicht klar, ob die neue Energieministerin ihren AKW-freundlichen Kurs beibehalte oder ihre Haltung aufgrund der Geschehnisse in Japan überdenke.

«Einen Marschhalt einlegen»

Auch Blaise Kropf, Präsident der Grünen im Kanton Bern, begrüsste Leuthards Entscheid. «Es ist richtig, nun erst einmal einen Marschhalt einzulegen», sagte Kropf.

Die Grünen hatten den Bundesrat bereits am Wochenende aufgefordert, die Verfahren zu sistieren. Ausserdem müsse der Bund die unbefristete Betriebsbewilligung für das bestehende AKW Mühleberg zurücknehmen.

Für Montagnachmittag riefen die Grünen zusammen mit anderen Organisationen zu einer Mahnwache auf dem Berner Waisenhausplatz auf. Dabei wolle man «der tiefen Erschütterung über die verheerende Situation in Japan Ausdruck verleihen», wie es in einem Communiqué heisst.

BKW nimmt Stellung

Die Bernischen Kraftwerke AG (BKW) als Mühleberg-Betreiberin haben sich bislang nicht zu Leuthards Entscheid geäussert. Das Unternehmen will am Montagnachmittag in einem Communiqué Stellung beziehen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte.

BKW-Direktor Kurt Rohrbach warnte in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vor voreiligen Schlüssen aus der Atomkatastrophe in Japan. Ob sich im Schweizer Volk 2013 noch eine Mehrheit für neue AKWs finden lassen werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, betonte er.

«Für diese Beurteilung ist es noch zu früh», sagte Rohrbach. «Die Bevölkerung wird sich ihr Bild auch aufgrund der Analyse machen wollen, was in Japan geschehen ist.» Zunächst müsse man «besser wissen, was genau in Fukushima passiert ist».

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