"Ich hoffe, dass das 'schwarze Kapitel' mit Ihrer Arbeit als Präsident beendet wird und wir völlig neue Voraussetzungen für die Zusammenarbeit schaffen", sagte Medwedew. Auch Janukowitsch sprach sich bei seinem Antrittsbesuch in der russischen Hauptstadt für eine grundlegende Verbesserung der Beziehungen aus.

Er sehe es als seine Aufgabe an, dass die Beziehungen einen "Schwenk in die richtige Richtung" nähmen, sagte Janukowitsch nach dem Treffen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Viktor Juschtschenko werde er sich für gute Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern einsetzen.

Der NATO-Gegner Janukowitsch will sowohl mit Russland als auch der EU eng zusammenarbeiten, um sein Land aus der Krise zu führen. Es war der erste Besuch eines ukrainischen Präsidenten in Moskau seit zwei Jahren. Janukowitsch und Medwedew sprachen bei ihrer mit Spannung erwarteten Begegnung über viele traditionelle Reizthemen.

Dabei ging es auch um Preise für russische Gaslieferungen in die Ukraine, die Janukowitsch gern senken will, sowie um die Verlängerung der Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Halbinsel Krim. Hier wiederum signalisierte Janukowitsch Verhandlungsbereitschaft.

Die im vergangenen Jahr vereinbarten Gaspreise seien zu hoch und ungerecht, sagte Janukowitsch nach Angaben der Moskauer Zeitung "Kommersant" im Vorfeld des Besuchs. Wie das Blatt berichtete, bietet das wichtigste Transitland für Gaslieferungen in die EU im Gegenzug Russland eine Beteiligung am ukrainischen Pipelinenetz.