Der von Papst Benedikt XVI. ernannte neue Bischof stellte sich am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Freiburg vor. Bevor er das Wort ergriff, schritt er die Reihen der zahlreich erschienenen Journalisten ab und begrüsste diese einzeln per Handschlag. Für eine Bekannte gab es gar Küsschen.

"Ganz ehrlich, ich hatte gehofft, dass ich es nicht bin", sagte er zu seiner Ernennung zum Bischof. Aber als er in Rom angefragt worden sei, habe er geantwortet, er sei dazu bereit, denn er habe schliesslich schon vor langem beschlossen, sein Leben Christus und der Kirche zu widmen.

Es gebe Gründe, ängstlich zu sein, wenn man eine solch grosse Verantwortung aufgebürdet erhalte. "Aber ich bin es nicht; es gibt sogar Gründe, froh zu sein."

Ein Bischof sei nicht allein. Er habe ein Team, sagte Morerod weiter. Was er als Bischof zuerst anpacken wolle, wisse er noch nicht. Er wolle entdecken, zuhören, "und nachher wird man sehen, nach und nach".

Glauben ist Freude

Er wolle zeigen, dass Glauben eine Freude sei. Er habe seit einiger Zeit einen Facebook-Account und möchte gerne eine interaktive Internet-Site zum Thema Glauben einrichten.

Charles Morerod wurde am 28. Oktober 1961 in Riaz FR im Greyerzbezirk geboren. Er studierte Theologie in Freiburg, die Priesterweihe empfing er 1988 in Genf. Er erwarb zwei Doktortitel, einen 1996 in Theologie in Freiburg, den anderen 2004 in Philosophie in Toulouse (F).

Seine Lehrtätigkeit begann er in Freiburg und setzte sie in Rom fort. Seit zwei Jahren ist er Dekan der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Universität San Tommaso d'Aquino (Angelicum). Er gilt als einer der besten Thomas-von-Aquin-Experten. Er ist Mitglied des Dominikanerordens und Sekretär der Internationalen Theologenkommission.

Morerod war neben dem deutschen Jesuitenpater Karl Josef Becker und dem spanischen Opus-Dei-Generalvikar Fernando Ocariz Brana einer der Theologen, die im Herbst 2009 im Auftrag des Vatikans Gespräche mit der erzkonservativen Piusbruderschaft führten.

Ein Mann mit grossem Einfluss im Vatikan leitet also künftig die Geschicke des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg, welches die Kantone Waadt, Genf, Freiburg und Neuenburg umfasst. Das Bistum zählt 690'000 Katholiken, 300 Priester und 400 ständige Laien.