Drama in Norwegen
Morddrohungen: Auch Schweizer Jusos werden bedroht

Schweizer Jusos werden immer wieder aus dem rechtsextremen Lager bedroht. «Drohbriefe und Beleidigungen sind gang und gäbe. Pro Woche bekomme ich ein bis zwei per Mail, über Facebook und per Post», sagt der ehemalige Juso-Präsident Cédric Wermuth.

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Keystone

«Zum Beispiel hat mir vor Kurzem jemand geschrieben, einer wie ich wäre in den 30er-Jahren noch standesrechtlich erschossen worden, und das sollte man auch heute tun. Oder in einem rechtsradikalen Forum hat jemand angekündigt, er würde zu mir nach Hause kommen und meine Familie auslöschen.» Bis jetzt habe er die Drohungen nicht so ernst genommen, sagt Wermuth weiter. «Und ich will es auch nicht, weil das ja genau das ist, was diese Kreise wollen.»

Aber was jetzt in Norwegen passiert sei, «fährt einem schon ein. Ich überlege mir nun sicher früher, ob ich Anzeige erstatten soll und ob ich generell früher reagieren soll». Die Sicherheitsvorkehrungen für Juso-Treffen jedenfalls werden nach den tragischen Ereignissen auf Utöya in ganz Europa erhöht. «Streng bewacht» wird gemäss «Kurier» die International Union of Socialist Youth (Iusy), die Sozialistische Jugendinternationale, die schon morgen Montag im österreichischen Weissenbach am Attersee beginnt. Rund 3000 Jugendliche aus über 100 Ländern werden erwartet.

Die Schweizer Jungsozialisten sind mit einer Delegation von 25 Leuten mit dabei, wie Juso-Präsident David Roth sagt. Eine Absage nach dem Anschlag in Norwegen sei kein Thema. «Wir dürfen jetzt nicht resignieren.» Ebenfalls festhalten will Roth am Sommercamp der Juso, das vom 2. bis zum 7. August in Chandolin VS stattfinden soll. Wie immer informieren die Juso aber im Vorfeld die entsprechende Kantonspolizei. «Schliesslich gabs auch schon Angriffe auf uns», so Roth.

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