Portugal

Mord überschattet Kommunalwahl in Portugal

In 308 Gemeinden in Portugal wird gewählt

In 308 Gemeinden in Portugal wird gewählt

Schüsse im Wahllokal, Bestürzung in ganz Portugal: Ein Mord hat die Kommunalwahl überschattet.

Ein Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) von Ministerpräsident José Sócrates erschoss im nordportugiesischen Dorf Ermelo kurz vor Öffnung der Wahllokale den Ehemann seiner politischen Gegnerin, wie Medien berichteten.

Die Wahl im 800-Einwohner-Dorf wurde auf kommenden Sonntag verschoben. Der mutmassliche Täter sei auf der Flucht, hiess es. "Er hat das Wahllokal betreten und ohne ein Wort zu sagen sofort auf den Ehemann der Bürgermeisterin geschossen", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Lusa.

In den grossen Metropolen des Landes gab es gemäss den ersten Hochrechnungen klare Favoriten-Siege. So dürfte in der Hauptstadt Lissabon Bürgermeister Antonio Costa (PS) an der Macht bleiben. Bürgermeister Rui Rio von der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) setzte sich in der nördlichen Metropole Porto durch.

Beobachter hatten anhand der jüngsten Umfragen vorausgesagt, dass sich die Machtverhältnisse nur in 20 bis 30 der 308 Städten und Gemeinden ändern würden.

Am Abend zeichnete sich eine Wahlenthaltung von bis zu 43 Prozent ab. Die Kommunalwahlen waren nach den Europawahlen im Juni und den Parlamentswahlen vor zwei Wochen bereits der dritte Urnengang binnen kurzer Zeit.

Die PSD regiert bislang in 157, die PS in 110 Städten. Dritte Kraft auf kommunaler Ebene ist das Bündnis aus Grünen und Kommunisten (CDU), das 32 Bürgermeister stellt.

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