Kleinwasserkraftwerke
Moratorium für Kleinwasserkraftwerke?

Berner Umweltverbände fordern vom Kanton ein Moratorium für neue Kleinwasserkraftwerke – bis einheitliche kantonale Planung vorliegt.

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Aargauer Zeitung

Samuel Thomi

Gegen Laubeggfall-Projekt

Konkret wehrt sich der WWF Kanton Bern beispielsweise mit einer Einsprache gegen das neue Wasserkraftwerk am Laubeggfall im Simmental. Damit werde nicht nur der Wasserfall, respektive die Simme im betroffenen Flussabschnitt zum Rinnsal, sondern auch einer der letzten Tummelorte für Bachforellen sei gefährdet. Hinter dem Projekt stehen die Simmentaler Kraftwerke AG. «Wasserkraft Ja, aber nicht zu jedem Preis», hielt der WWF Kanton in einer Mitteilung von Anfang Monat fest. (sat)

Ob der unübersichtlichen Lage fordern die Kantonalsektionen von WWF und Pro Natura und der Bernisch Kantonale Fischereiverband (BKFV) erst recht ein kantonales Wassernutzungskonzept. In einem gestern publizierten öffentlichen Brief an die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion heisst es: «Bis diese Planung vorliegt, verlangen wir ein Bewilligungsmoratorium für Kleinwasserkraftwerke». Unterzeichnet ist der Brief auch vom Alpin Kajak-Team Suisse (AKT).

Kanton erarbeitet Wasserstrategie

Im Schreiben halten die Verbände fest, sie unterstützten die Nutzung der Wasserkraft. Damit diese «aber tatsächlich nachhaltig und mit der Erhaltung der Biodiversität zu vereinen ist», müssten Anforderungen wie ausreichende Restwassermengen, Fischwanderhilfen und ein gut funktionierender Geschiebebetrieb eingehalten werden. Da beim Bund eine übergeordnete Planung ausgeschlagen wurde, müsse das kantonal nachgeholt werden.

In einer Wasserstrategie will der Kanton erstmals seine Grundsätze im Umgang mit Wasser festhalten. Laut Habegger betreffe ein Kapitel darin auch die Wassernutzung. Das Konzept zur Strategie stellt der Kanton am Donnerstag vor. Bis da sagt Habegger nichts zum Brief.