Möriken-Wildegg

Möriken-Wildegg baut «Asylantenunterkunft»

Baugespanne: Auch im benachbarten Wohnhaus bei der Badi (rechts im Hintergrund) leben heute Asylbewerber. (heh)

Asyl Möriken

Baugespanne: Auch im benachbarten Wohnhaus bei der Badi (rechts im Hintergrund) leben heute Asylbewerber. (heh)

Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, soll man zupacken. So macht es die Gemeinde Möriken-Wildegg und baut eine neue «Asylantenunterkunft». Geplant sind sechs Container mit 20 Plätzen bei der Wildegger Badi.

Heinz Härdi

Die günstige Gelegenheit ergab sich, weil die Firma Holzbau Schärer in Möriken der Gemeinde ein Angebot für die Übernahme von sechs Containern machte. Diese standen in Turbenthal ZH und dienten der Stiftung Schloss Turbenthal (Gehörlosendorf) als Wohn-, Aufenthalts-, Schlaf- und Pflegeräume.

In fünf Containern können 20 Plätze für Asylbewerber angeboten werden, der sechste dient als Aufenthalts- und Essraum. Die Container erhalten ein schräges Dach, die Zimmer sind mit einem Korridor verbunden.

Die Unterkunft, in der notfalls auch Sozialhilfeempfänger untergebracht werden könnten, wird am Badweg aufgestellt, wo früher Gewächshäuser standen. Bezugstermin ist der Januar 2010. Der Standort beim Schwimmbad wird nicht als kritisch erachtet. «Schon im benachbarten Wohnhaus leben heute Asylbewerber, mit denen es nur wenig Probleme gibt», sagt Gemeindeschreiber Pascal Chioru auf die entsprechende Frage. Die Gemeinde wollte hier ursprünglich einen Entsorgungsplatz einrichten, doch wegen der ungünstigen Erschliessungssituation gab man die Idee wieder auf.

Kein Verpflichtungskredit

Gemäss Baugesuch, das bis zum 2. September öffentlich aufliegt, kostet die «Asylantenunterkunft» 110 000 Franken. Doch einen Verpflichtungskredit brauche es nicht, da die Summe noch im Kompetenzbereich des Gemeinderates liege. «Ausserdem rechnen wir damit, dass die Investition in wenigen Jahren dank Einsparungen und kantonalen Abgaben amortisiert ist», sagt Chioru. Der Bau sei mit dem Kanton als künftigem Mieter abgesprochen. Der kantonale Sozialdienst ist es auch, der die Asylbewerber betreuen wird.

Ersatz für alte Container

Dank der neuen Unterkunft kann der bisherige Standort mit zwei sanierungsbedürftigen Containern an der Niederlenzerstrasse aufgehoben werden. Die Gemeinde will zudem weitere Mietverhältnisse in privaten Liegenschaften auflösen. Möriken-Wildegg muss 12 Asylbewerber beherbergen, um keine Ersatzabgabe leisten zu müssen. Insgesamt wohnen hier 34 Asylbewerber, 21 davon in kantonalen Unterkünften.

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