Affäre Stern

Mörderin von Edouard Sterns bedingt aus Haft entlassen

Die Ex-Geliebte des Bankiers wird im Juni 2009 zum Gericht gefahren (Archiv)

Die Ex-Geliebte des Bankiers wird im Juni 2009 zum Gericht gefahren (Archiv)

Die 2009 wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilte Ex-Geliebte des französischen Bankiers Edouard Stern wird im November den Kanton Genf verlassen.

Sie werde keine weiteren Angaben machen, weder zur Affäre mit Stern noch zur Haftstrafe noch zu ihren Zukunftsplänen, hiess es in einem Communiqué ihrer Familie. Dies «aus Respekt vor Edouard Stern und seiner Familie».

Seit dem Frühling sei die Ex-Geliebte bereits in Halbfreiheit gewesen, sagte Alec Reymond, einer ihrer Verteidiger am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Da die Frau jedoch keine Arbeit ausserhalb finden konnte, habe sie im Frauengefängnis Riant-Parc in Genf gearbeitet, wo sie auch ihre Haftstrafe abgesessen habe. Wegen guter Führung sei sie nun bedingt entlassen worden, sagte Reymond.

Fatale Liebesbeziehung

Die Geliebte hatte den Bankier am 28. Februar 2005 während sadomasochistischen Sexspielen erschossen. Der Tat war eine mehrjährige konfliktreiche Beziehung zwischen Täterin und Opfer vorausgegangen. Wiederholt verhielt sich der schwerreiche Bankier gegenüber seiner Freundin grausam.

Trotz mehrmaligen Abbruchs der Beziehung kehrten die beiden immer wieder zueinander zurück. So auch im Februar 2005, als es zu einem Streit über eine Million Dollar kam. Die Frau hatte eine Heirat oder zumindest die finanzielle Unabhängigkeit verlangt. Der Bankier wollte von beidem nichts wissen.

Schliesslich überwies er ihr eine Million als Liebesbeweis, erwartete aber - ebenfalls als Liebesbeweis - die sofortige Rückzahlung. Als sie ausblieb, liess er das Geld gerichtlich blockieren. Am Tatabend warf Stern der Frau an den Kopf, dass dies ein «guter Lohn für eine Hure sei», worauf sie zur Waffe griff und schoss.

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