Gerichtsurteil

Mörder von Adeline entgeht der Höchststrafe und wird ordentlich verwahrt

Die psychiatrischen Gutachter befinden Mörder von Adeline (r.) nicht als untherapierbar. (Gerichtszeichnung)

Die psychiatrischen Gutachter befinden Mörder von Adeline (r.) nicht als untherapierbar. (Gerichtszeichnung)

Das Genfer Strafgericht hat den Mörder der 2013 während eines Freigangs getöteten Sozialtherapeutin Adeline nicht zur Höchststrafe verurteilt. Fabrice A. erhielt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe sowie eine ordentliche Verwahrung.

Der Angeklagte habe besonders niederträchtig gehandelt und Adeline getötet, um seine Fantasien zu befriedigen, sagte der Gerichtspräsident Fabrice Roch bei der Urteilseröffnung am Mittwoch. Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos hin.

Fabrice A. wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und Diebstahls. Das Gericht verhängte neben der lebenslänglichen Freiheitsstrafe jedoch eine ordentliche Verwahrung.

Die psychiatrischen Experten hätten den Angeklagten nicht als untherapierbar bis ans Lebensende bezeichnet, sagte der Gerichtspräsident Fabrice Roch. Der entsprechende Artikel im Sinne der Verwahrungsinitiative könne deshalb nicht angewandt werden.

Das Gericht folgte damit den Anträgen der Verteidigung, die gegen die lebenslängliche Verwahrung plädiert hatte. Der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot hatte im fünf Tage dauernden Prozess vergangene Woche die Höchststrafe verlangt.

Vorbestrafter Vergewaltiger

Der 42-jährige Angeklagte hatte die Therapeutin während eines Freigangs am 12. September 2013 in einen Wald entführt und ihr die Kehle durchgeschnitten. Danach flüchtete der französisch-schweizerische Doppelbürger nach Polen, wo er laut Anklage seine Ex-Freundin töten wollte.

Nach einer dreitägigen Flucht wurde er an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Der Angeklagte war bereits wegen zwei 1999 und 2001 begangenen Vergewaltigungen zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt worden.

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