Peter Rombach

«Mobilität ist im Fricktal ein Thema», stellte Hansueli Bühler fest. Der Präsident des Planungsverbandes Fricktal Regio hatte zur Abgeordnetenversammlung drei Fachleute eingeladen, die sich mit Verkehrsinfrastruktur, dem neuen öV-Konzept für das obere Fricktal und Mobilitätsangeboten beschäftigten.

Mit der Ist-Situation setzte sich Christina Spoerry, Leiterin der Abteilung Verkehr im Aargauer Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), auseinander. Bei der Motorisierung sei im Kanton ein «hoher Sättigungsgrad» erreicht. Die neuen Rheinübergänge in Laufenburg und Rheinfelden würden zusätzlichen Verkehr anlocken. Und für Belastungen sorgten ausserdem die Pendlerströme in Richtung Basel sowie aus Frankreich ins Fricktal. Die ausgebaute und sanierte Rheintalstrasse im Bezirk Laufenburg bringe mehr Sicherheit. Mit einem Flüsterbelag auf der Autobahn dürfe die Bevölkerung frühestens ab 2015 rechnen.

Als positiv wertete Spoerry den Ausbau des kantonalen Radwegnetzes, aber auch die Investitionen in eine neue Regio-S-Bahn mit den Flirt-Zügen sowie neuen Bahnhöfen beim Rheinfelder Augarten und in Pratteln. Dass der Flugzug Basel-Zürich in Frick und neuerdings auch in Rheinfelden hält, bezeichnete sie als «optimales Angebot».

Als dringend erachtete die Fachfrau den Ausbau von Park+Ride-Plätzen, um den Wechsel auf den öffentlichen Verkehr zu erleichtern. Derzeit entstehe bei Eiken eine neue Park+Pool-Anlage, «weil wir vom Kanton aus noch mehr Fahrgemeinschaften wünschen». Eines bezweifelte sie nicht: «Die kombinierte Mobilität gewinnt an Bedeutung.»

Weiter lenkte sie die Aufmerksamkeit auf Betriebs- und Gestaltungskonzepte für Ortsdurchfahrten und nannte Rheinfelden als Beispiel, wo die Planungen für eine Umgestaltung der K292 liefen. Welch einen Spagat die Lärmproblematik erfordert, verdeutlichte Spoerrys Feststellung: «Ruhe und gute Verkehrserschliessung sind erwünscht.»

Mit Blick auf die Zukunft forderte sie, Siedlungs- und Verkehrsentwicklungen aufeinander abzustimmen, vor allem bei der Planung verkehrsintensiver Einrichtungen. «Es gibt steigenden Koordinationsbedarf.»

In Zusammenarbeit mit dem Planungsverband entwickelte der Kanton ein öV-Konzept für das obere Fricktal, wobei vor allem Buslinien untersucht wurden. Jürg Bitterli, Angebotsplaner in der Abteilung Verkehr im BVU, bestätigte, dass die Leute «überwiegend Richtung Basel» pendeln würden. Um Varianten zu entwickeln, habe man Staffel-egg und Benkental, Laufenburg-Frick sowie Stein-Sisslerfeld- Laufenburg als «Hauptkorridore» ausgewiesen. Er warnte aber gleich vor Illusionen: «Die Umsetzung des Konzepts ist vom Nachfragepotenzial abhängig.»

Was das Sisslerfeld anbelangt, zeichnet sich grundsätzlich nichts Neues ab; so ist lediglich angedacht, das Tagesangebot auf einen 20/40-Minutentakt auszubauen. Bitterli meinte, falls mehr Unternehmen einen Anschluss in Richtung Zürich wünschten, müsse man die Wirtschaftlichkeit prüfen.

Auf der Linie Laufenburg- Kaisten-Frick könnte laut Konzept der Einsatz von Schnellbussen morgens und abends das Angebot verbessern; tagsüber wären zwei Verbindungen pro Stunde denkbar. Auf der Strecke Stein-Münchwilen-Eiken nach Frick soll das Angebot des Fahrplans 2009 weiterhin gelten. Das Tagesangebot Frick-Herznach- Aarau könnte einen Halbstundentakt bekommen. Und mit Blick auf das Mettauertal entschieden die Experten, dass vorerst alles beim Alten bleibt, «weil sich keine befriedigende Alternative finden liess».

Mit Mobilitätsmanagement setzte sich Stefan Schneider auseinander. Er ist Geschäftsstellenleiter von Aargaumobil und sieht vor allem Gemeinden und Unternehmen als Ansprechpartner. Er riet, den Einsatz des Verkehrsmittels genau zu überlegen und das Infrastrukturangebot zu beachten - ob beispielsweise optimale Parkiersysteme oder Angebote für Velofahrer bestehen. Schneider redete ferner einer «wirtschaftlichen Fahrweise» das Wort und empfahl, sich über Carsharing Gedanken zu machen. Schliesslich wurde er fast philosophisch: «Mobilität ist die Basis für Dynamik.»