Die Primar- und Sekundarschule Roggwil steht seit rund einer Woche landesweit in der Kritik. An der Schule soll ein grosses Mobbingproblem herrschen und die Schulleitung unternehme nichts dagegen.

So wurde beispielsweise ein Schüler bestohlen, und seine Kameradin werde in Whatsapp-Gruppenchats systematisch blossgestellt. Seit der siebten Klasse gäbe es zwei dieser Chats, in denen die ganze Klasse, ausgenommen den beiden, sich über die Jugendliche auslassen. Davon erfahren hat das Mädchen per Zufall, als sie auf das Handy eines Mitschülers schaute.

Auch der Sohn von Gabriela Schlegel wurde gezielt diffamiert, geschlagen und erpresst. «Mein Sohn wurde über Wochen und Monate angepinkelt», sagt sie gegenüber «TeleM1». Sie erhielten keine Hilfe seitens der Schulleitung.

Nun haben sich sieben Elternpaare zusammengetan, mit dem Vorwurf, dass die Schulleitung, insbesondere der Schulleiter, zu wenig gegen das Mobbing-Problem an der Schule unternehmen.

Schulleitung Roggwil in Kritik

Schulleitung Roggwil in Kritik

Der Roggwiler Schulleiter war bis vor zwei Jahren Leiter der Oberstufe Küsnacht in Zürich. Franz Viecelli, ein Lehrer der Küsnachter Oberstufe, kann nicht viel Gutes über seinen ehemaligen Schulleiter sagen: «Sein Kommunikationsstil war katastrophal. Empathie und konstruktive Problemlösung waren für ihn Fremdwörter», sagt er gegenüber «TeleM1».

Von den Vorwürfen sind auch andere Lehrpersonen in Küsnacht nicht überrascht. Zwar habe es bei ihnen nie solche krassen Probleme gegeben, der Schulleiter sei ein Leiter mit fehlendem Sachverständnis. Ausserdem habe er auch ein Telefongespräch zwischen Lehrperson und Schulpflege abgehört.

«Ich habe ihn als Verdrängungskünstler erlebt. Probleme sind angesprochen worden, passiert sei aber nie etwas», so Viecelli. In Küsnacht wollten am Ende gleich mehrere Lehrpersonen wegen dem Schulleiter kündigen. Daraufhin verliess der Schulleiter die Oberstufe Küsnacht.

Mittlerweile hat sich auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Präsident der Bildungskommission, Adrian Glur, teilt mit, dass man trotz all der Vorwürfe noch immer hinter dem Schulleiter stehe: «Auf Grund von Aussagen von Personen, die ich nicht kenne, reicht das nicht, aber wir beziehen das sicher mit in unsere Überlegungen ein.» (hug)