Entgleisung
#MitfahrenLuzern: Selbst ein Olympiasieger bot freie Plätze im Auto an

Von überraschenden Begegnungen bis zu politischen Forderungen: Die Entgleisung in Luzern löste auf Twitter eine rege genutzte Mitfahrbörse aus. Es wurden besondere Geschichten geschrieben.

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Mario Gyr bot gestern über #MitfahrenLuzern drei Plätze in seinem Auto an.

Mario Gyr bot gestern über #MitfahrenLuzern drei Plätze in seinem Auto an.

KEYSTONE

Nichts ging mehr in Richtung Luzern. Die Cisalpino-Entgleisung verunmöglichte jeglichen Zugverkehr in die Innerschweizer Metropole. Das soziale Netz zeigte in der Not sein schönstes Gesicht – Twitter wurde innert Kürze zur Mitfahrbörse. Etliche Personen suchten über das Portal unter dem Hashtag #MitfahrenLuzern eine Möglichkeit, ihr Ziel doch noch zu erreichen. Dabei gab es aussergewöhnliche Angebote und die Aktion weitete sich zu politischen Forderungen aus.

Einmalige Möglichkeit: Der Olympiasieger vom Leichtgewichtsvierer in Rio Mario Gyr bot gestern drei Plätze in seinem Auto an:

Micha Eicher erlebte eine Begegnung der besonderen Art: Sie wurde von ihrem ehemaligen Lehrlingskollegen zu Hause abgeholt.

Könnte dieses Modell nicht eine Zukunft haben? Die Aktion kam bei vielen derart gut an, dass sie sich fragten, weshalb die Mitfahrbörse über soziale Medien nicht darüber hinausgehend Bestand haben könnte.

Harmonisch ging es bei Marco Thomann zu und her: Offenbar kam er derart ins Plaudern, dass die Fahrt erst in Chiasso endete. Auch der Humor lebt!

Jetzt steht fest: Van-Anh wird auch am Freitag eine Mitfahrgelegenheit benötigen. #MitfahrenLuzern muss mindestens bis am Sonntag noch seinen Dienst tun – die Schäden nach der Entgleisung sind grösser als angenommen, wie die SBB mitteilte.

Prominente Persönlichkeiten zeigten keine Scheu. Auch Nationalrätin Andrea Gmür nutzte die Mitfahrbörse mit Erfolg...

...forderte die SBB aber gleichzeitig dazu auf, das Projekt eines Durchgangsbahnhofs in Luzern voranzutreiben.

Raoul Hüppi begab sich auf den Weg an die Journalistenschule in Luzern und fand nach Anfangsschwierigkeiten doch noch eine Lösung, um die Reise anzutreten.

Für die Region Luzern wurden alternativ Busse organisiert. Die Notlösung funktionierte offensichtlich gut.