Strom mit Klärgas
Mit Klärgas Strom erzeugen

Schon bald wird in Dübendorf mit modernster Technologie Strom aus Klärgas hergestellt. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bauen gemeinsam mit der städtischen Abwasserreinigungs-Anlage Neugut (ARA) eine Pilot- und Demonstrationsanlage, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Gemäss den EKZ wird dabei in einer Brennstoffzelle elektrische Energie aus Klärgas erzeugt.

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Premiere für die Schweiz

Das Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk (BHKW) in Dübendorf wird die erste Anlage dieser Art in der Schweiz sein. Kostenpunkt: knapp fünf Millionen Franken. Davon übernimmt die ARA Neugut rund eine Million, die EKZ investieren rund vier Millionen Franken. Der Förderbeitrag ist laut EKZ-Mitteilung nötig, weil sich ein Brennstoffzellen-BHKW zurzeit noch nicht kostendeckend betreiben lasse.

Hoher Wirkungsgrad

Die Brennstoffzellen-Technologie sei deshalb interessant, weil sie sich durch einen hohen Wirkungsgrad und extrem niedrige Emissionen auszeichnen würde. Dieser Umstand mache dieses Projekt im Bereich nachhaltige Energieerzeugung zukunftsweisend, so EKZ-CEO Urs Rengel. In Dübendorf kommt damit die erste Brennstoffzelle der Schweiz zum Einsatz, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden wird.

Damit ein Brennstoffzellen-BHKW betrieben werden kann, brauche es ein geeignetes Umfeld: Einerseits müsse genügend Brenngas - in diesem Fall Klärgas - zur Verfügung stehen, andererseits die entstehende Wärme genutzt werden können. In Dübendorf soll diese zur Heizung des Faulturms verwendet werden.

Altes Werk muss ersetzt werden

Das bestehende, konventionelle BHKW in Dübendorf muss ohnehin altersbedingt ersetzt werden. «Wir wollen aber nicht einfach nur einen Ersatz der bestehenden Anlage. Wir suchen nach einer effizienten und umweltschonenden Alternative», erklärt Max Schachtler, Geschäftsführer der ARA Neugut. «Zusammen mit den EKZ können wir eine innovative, zukunftsweisende Lösung realisieren.»

Die Brennstoffzellen-Anlage wird in das stillgelegte Gebäude der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage integriert. Die Anlage wird im Herbst 2010 in Betrieb genommen und steht dann auch für Führungen offen. (thi)

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