Astra

Mit fetten Pfeilen gegen Geisterfahrer?

Signalisation Autobahnausfahrt

Signalisation Autobahnausfahrt

Dicke weisse Pfeile auf dem Boden und vier rote Schilder: Damit werden derzeit alle Autobahnaus- und einfahrten ausgerüstet. Die neue Signalisation soll die Zahl der Geisterfahrer verringern.

Sandra Kohler

20 mal kam es 2009 auf Schweizer Autobahnen zu  Unfällen, weil Geisterfahrer in der falschen Richtung unterwegs waren. Die Zusammenstösse endeten fast immer mit Schwerverletzten und Toten. Das Bundesamf für Strassen Astra will nun Gegensteuer geben und verbessert die Signalisation auf den Autobahnen.

Alle Ein- und Ausfahrten der 420 Autobahnanschlüsse, von 120 Rastplätzen und 40 Raststätten werden nun nachgerestütet, wie a-z.ch in Erfahrung gebracht hat. Das ganze Aktion wird rund 6,5 Millionen Franken kosten, vielleicht sogar etwas mehr. «Eine abschliessende Bezifferung der Kosten ist noch nicht möglich, da nicht alle Rechnungen vorliegen», sagt Mediensprecher Thomas Rohrbach.

Umbauten sollen bis Ende Juni abgeschlossen sein

Künftig verdeutlichen vier anstelle von zwei Signalen, dass die Einfahrt verboten ist. Zudem werden auf dem Asphalt weisse Pfeile angebracht, die die Fahrrichtung angeben. Diese werden doppelt bis dreimal so dick wie sie heute bereits existieren.

Die Umbauten begannen letzten Herbst und sollen bis Ende Juni schweizweit abgeschlossen sein. Im Gebiet der Kantone Aargau, Solothurn, Baslland und Basel Stadt sind die Markierungen allesamt schon angebracht.

Junge Lenker und ältere Menschen sind besonders gefährdet

Den Ausschlag für die Neuerungen gab eine Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) von 2006. Darin kamen die Autoren zum Schluss, dass einerseits junge Lenker gefährdet sind, die unter Alkoholeinfluss gewagte Manöver ausüben, typisch ist das Wenden auf freier Strecke. Und andererseits ältere Lenker, die nachts Autobahn-Ausfahrten fälschlicherweise als Einfahrt nutzen, oder Raststätten in falscher Richtung verlassen.

«Die Falschfahrer lassen sich durch die neuen Massnahmen nicht gänzlich aufhalten. Dazu müssten wahrscheinlich Nagelbänder oder ähnliches eingelegt werden», sagt Andreas Rüegger, Bereichsleiter Support Astra Filiale Zofingen. Und fügt hinzu: «Aber auch dann würden wahrscheinlich verwirrte Falschfahrer auf den Felgen weiterfahren. Hinzu kommt, dass diese Massnahme politisch kaum durchsetzbar wäre.»

Zusätzliche Verkehrsschilder - andere sollen verschwinden

An den neuen Markierungen haben nicht alle Freude. Motorradfahrer äusseren bereits Kritik. Sie befürchten auf den Markierungen wegzurutschen. «Dieses Risiko kann nie gänzlich ausgeschlossen werden», sat Rüegger. Man habe das Material aber so ausgewählt, dass Griffigkeit erhöht worden sei, so Rüegger.

Gleichzeitig will das Astra im Rahmen des Projekts «Verwesentlichung der Verkehrsregeln» 20 Prozent der heute geltenden Verkehrs- und Signalisationsvorschriften streichen. Zahlreiche Verkehrssignale sollen der Übersicht zuliebe verschwinden, darunter beispielsweise auch das Tempo-50-Schild. Der Bundesrat soll nächstes Jahr über die Gesetzesrevision entscheiden.

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