Schweiz

Mit Drohnen gegen Corona: Genfer Polizei überwacht aus der Luft

Luftüberwachung: Drohne in der französischen Stadt Nizza.

Luftüberwachung: Drohne in der französischen Stadt Nizza.

Das gibt's nicht nur in China, Italien oder Frankreich: Auch der Kanton Genf setzt Drohnen ein, um die Corona-Massnahmen zu überwachen. Folgen weitere Kantone?

Dass manche Vögel ganze Sätze nachplappern können, ist bekannt. Doch das schwarze Etwas, das da über die Boulevards der französischen Stadt Nizza kreist, ist kein Vogel. Sondern eine Drohne.

Weltweit schicken die Behörden ihre Drohnen in die Luft, um die Ausgangssperren während der Coronakrise zu überwachen oder die Bevölkerung auf Verhaltensregeln hinzuweisen. «Verlassen Sie das Haus nur, wenn es absolut nötig ist», erklärt eine Stimme aus dem Lautsprecher des Fluggeräts in Frankreich, wo strenge Ausgangsbeschränkungen gelten.

Die Aktionen polarisieren. Als vor zwei Monaten erstmals Bilder von Drohneneinsätzen in China publik wurden, war die Empörung darüber gerade in Europa gross. Bald jedoch folgten Italien, Spanien und eben Frankreich. Inzwischen kommen solche Aufnahmen aus zahlreichen weiteren Ländern.

Und in der Schweiz? Noch müssen die wenigsten damit rechnen, beim Spaziergang an der frischen Luft von einer Staatsdrohne beobachtet zu werden. Doch ein erstes Polizeikorps schickt seine Flotte in den Coronaeinsatz. Die Genfer Kantonspolizei bestätigt gegenüber der Redaktion von CH Media, dass sie nun auf die Fluggeräte setzt. Die Drohnen böten einen Blick von oben, um die Präsenz von Personengruppen im öffentlichen Raum besser beobachten zu können, erklärt ein Sprecher. «Sie ermöglichen es zudem, schwer zugängliche Orte zu überfliegen.» Immerhin: Durchsagen machen die Genfer Drohnen offenbar keine.

Andere Kantone planen bisher keine Einsätze aus der Luft. «Das ist bei uns kein Thema», heisst es stellvertretend bei der Kantonspolizei Zürich. «Dies ist nicht vorgesehen», betonen auch deren Kollegen in St. Gallen. Und bei der Kantonspolizei Bern sagt eine Sprecherin, der Einsatz von Drohnen sei «im Zusammenhang mit der aktuellen Situation rund um das Coronavirus derzeit nicht geplant».

Nur in den wenigsten Kantonen gibt es heute eine explizite Rechtsgrundlage, die den Einsatz von Drohnen bei den Sicherheitsbehörden regelt. Was die Auswertung und Löschung von Bildaufnahmen angeht, gelten die üblichen Datenschutzregeln. Gemäss Bundesbestimmungen müssen Drohnen überdies stets auf Sicht geflogen werden.

Autor

Sven Altermatt

Sven Altermatt

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