Baugesuch

Mit Coop-Shop geht es gar nicht «pronto»

Die Coop Mineralöl AG will auf dem Gelände des Auto Center Merkur eine Tankstelle mit  Pronto-Shop erstellen. Die Anwohnerinnen und Anwohner wehren sich

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Die Coop Mineralöl AG will auf dem Gelände des Auto Center Merkur eine Tankstelle mit Pronto-Shop erstellen. Die Anwohnerinnen und Anwohner wehren sich

In Allschwil stösst das neue Baugesuch für den Coop Tankstellen-Shop an der Baslerstrasse auf Widerstand. Die Anwohner sind mit den neuen Plänen nicht zufrieden. Die Sicherheit für den Langsamverkehr sei nicht besser geworden.

Von Regula Vogt-Kohler

Die Auseinandersetzung um das umstrittene Projekt für einen Coop Pronto-Shop mit Tankstelle an der Baslerstrasse in Allschwil geht in eine nächste Runde: Vor kurzem hat die in Allschwil domizilierte Coop Mineralöl AG ein neues Baugesuch eingereicht. Am Montag ist die Einsprachefrist abgelaufen. Der Widerstand im betroffenen Neuallschwiler Quartier ist ungebrochen.

Neu ist am neuen Gesuch nur wenig: Eine Verlängerung des Daches soll für einen besseren Lärmschutz sorgen. Dies ist das Ergebnis von Lärmmessungen. Neu ist ausserdem, dass die Zulieferung zur Tankstelle nicht über die Zufahrt via Marsstrasse, sondern mehr oder weniger direkt von der Baslerstrasse quer über die Marsstrasse erfolgen soll.

Längeres Dach für besseren Lärmschutz

Damit hat sich die Situation aus der Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner kaum verändert. Punkto Sicherheit für den Langsamverkehr und die Fussgänger sei keine Verbesserung ersichtlich, kritisiert Gabi Huschke von der IG Neuallschwil. Mit der neuen Überbauung auf dem Elco-Areal vis-à-vis habe sich das betroffene Gebiet noch vergrössert. Huschke wirft der Coop Mineralöl «Zermürbungstaktik» vor. Dies hält die Gegner aber nicht davon ab, weiter zu kämpfen. Aus Kreisen der IG allein sind rund 50 Einsprachen zu erwarten.

Weil mit der Einreichung eines neuen Gesuchs das ganze Verfahren von vorne beginnt und damit zu rechnen ist, dass möglicherweise erst das Bundesgericht entscheidet, wird es lange dauern, bis endlich klar ist, ob Coop Mineralöl das Projekt realisieren kann. Die Gretchenfrage sei, ob ein Pronto-Shop mit Tankstelle in einer Wohn- und Geschäftszone (WG-Zone) zonenkonform bezüglich Nutzungsart sei, sagt Andreas Gisske, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Hochbau und Raumplanung in der Allschwiler Gemeindeverwaltung.

Nutzungsart ist laut Gemeinde zonenkonform

Das Areal an der Ecke Baslerstrasse/Marsstrasse befindet sich teils in der WG4-Zone, teils in der W3-Zone, wo nebst Wohnbauten nur nicht störende Betriebe möglich sind. Alle Gebäudeteile des Projekts liegen in der WG4-Zone, wo viergeschossiges Bauen zulässig ist. Gemäss Paragraf 30 des kommunalen Zonenreglements Siedlung umfasst die WG4-Zone Gebiete, die der Wohnnutzung und wenig störenden Betrieben vorbehalten sind.

Das Reglement erwähnt in einer nicht abschliessenden Liste unter anderem Läden,
Restaurants, Handwerksbetriebe und generell «ähnliche Betriebe mit wenig störenden maschinellen Einrichtungen». Bei wenig störenden Betrieben mit massiven Auswirkungen auf die benachbarte Wohnnutzung kann der Gemeinderat die Öffnungszeiten beschränken oder andere immissionsmindernde Massnahmen anordnen.

«Aus der Sicht der Gemeinde ist die Nutzungsart ‹Pronto-Shop› im Moment zonenkonform», hält Andreas Gisske fest. Zur Frage, ob aus der Optik der Gemeinde die Zonenvorschriften auch in allen übrigen Punkten eingehalten sind, hüllte sich Gisske in Schweigen.
Die Coop Mineralöl AG wollte sich zur neuen Entwicklung gar nicht äussern. «Wir geben zu diesem Projekt keine Auskunft, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt», sagte Mediensprecher Jürg Kretzer auf Anfrage der bz.

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