Schweiz

Missbrauchsfall in der Westschweiz: Jetzt wehrt sich der Bischof

Charles Morerod, Bischof der Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg, wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe eine Missbrauchsfall unter den Teppich gekehrt.

Charles Morerod, Bischof der Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg, wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe eine Missbrauchsfall unter den Teppich gekehrt.

Ein Pfarrer soll sich an einem Schützling vergangen haben. Auch gegen den Bischof wurden Vorwürfe laut. Dieser habe schon lange von den Anschuldigungen gewusst. Das stimme aber nicht, sagt dieser.

(mg) Im Missbrauchs-Skandal um den Pfarrer der Freiburger Kathedrale hat der zuständige Bischof die Vorwürfe zurückgewiesen, er habe schon länger von der angeblichen sexuellen Belästigung gewusst. Ein ehemaliger Ministrant beschuldigt den Pfarrer, dass dieser ihn vor rund 20 Jahren wiederholt bedrängt hat. Charles Morerod, der Bischof der zuständigen Diözese, sah sich mit Anschuldigungen konfrontiert, er habe schon seit Jahren von diesem Fall Kenntnis gehabt – und untätig geblieben sei.

Gegenüber Radio SRF sagte Morerod, es gebe kein Dossier zu diesem Fall. Es gäbe nur ein Protokoll, dass es eine Aussprache zwischen dem angeblichen Missbrauchsopfer und dem Priester gegeben habe. Darin sei aber nur protokolliert, dass es eine Aussprache gegeben habe, nicht aber, worum es in dieser Aussprache ging.

Pfarrer ist mittlerweile suspendiert

Es sei ein Fehler gewesen, dass er nicht weiter nachgefragt habe, räumt Morerord ein. Nachgefragt hat er auch dann nicht, als der Pfarrer ihm 2016 von einer «einmaligen sexuellen Beziehung mit einem Erwachsenen» berichtet hat. «Ich hätte fragen müssen, wie alt diese erwachsene Person ist», sagt Morerod.

Wenn er Kenntnisse von Missbrauchsfällen habe, dann handle er, sagt Morerod. So auch in diesem Fall, den er an die Behörden weitergeleitet habe, sobald er davon gewusst habe. Der beschuldigte Pfarrer ist mittlerweile für die Dauer der Untersuchung suspendiert.

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