Die Schweiz macht immer mehr Sport. Hatten 2002 erst 62 Prozent der Bevölkerung in ihrer Freizeit genügend Bewegung, so waren es 2012 bereits 72 Prozent, wie die Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt. Ausreichend körperlich aktiv ist, wer sich mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche mit mittlerer Intensität bewegt.

Der Trend zu mehr Bewegung wird vom BFS vorab auf die stärkere Verbreitung von "mässig intensiven" Aktivitäten wie Wandern oder Gartenarbeiten zurückgeführt. Wird nur der Sport betrachtet, so gibt es kaum Veränderungen. Der Anteil wöchentlich Sport treibender Personen ist mit 55 Prozent beinahe gleich hoch wie 2002 (52 Prozent).

Deutschschweizer körperlich aktiver

Nicht alle Bevölkerungsgruppen sind im selben Masse körperlich aktiv. 71 Prozent der Personen, die nur die obligatorische Schule abgeschlossen haben, treiben selten oder nie Sport, während der entsprechende Anteil bei Hochschulabsolventen 37 Prozent beträgt.

Bei anderen Aktivitäten wie Gartenarbeiten oder schnelles Gehen sind die Unterschiede laut BFS weniger deutlich. 43 Prozent der Personen ohne nach-obligatorische Ausbildung bewegen sich nicht ausreichend, bei den Personen mit einem mittleren oder hohen Bildungsniveau sind es nur 28 Prozent respektive 25 Prozent.

Auch zwischen den Landesteilen gibt es Unterschiede. In der Deutschschweiz werden 76 Prozent der Bevölkerung zu den körperlich Aktiven gezählt, in der Romandie und im Tessin sind es jeweils gut 60 Prozent. Männer bewegen sich häufiger genügend als Frauen (76 gegenüber 69 Prozent).

Wer rastet, rostet

Personen, die sich regelmässig bewegen, legen gemäss BFS ein höheres Gesundheitsbewusstsein und ein besseres Gesundheitsverhalten an den Tag. Sie rauchen weniger, ernähren sich gesünder und sind seltener übergewichtig. Zudem leiden sie weniger an physischen Beschwerden.

"Bewegungsmüde" weisen dagegen ein deutlich höheres Risiko für Bluthochdruck (38 Prozent) und erhöhte Cholesterinwerte (20 Prozent) auf als Personen, die sich ausgiebig intensiv bewegen (23 bzw. 15 Prozent). Zudem leiden inaktive Personen häufiger unter depressiven Symptomen, psychischen Belastungen und Schlafstörungen.

Demgegenüber verunfallen Personen, die sich regelmässig bewegen, naturgemäss öfter bei Sport und Spiel als wenig aktive und inaktive Personen. 16 Prozent der Befragten, die sich mindestens drei Mal in der Woche intensiv bewegen, hatten in den letzten 12 Monaten einen Sportunfall, bei den Inaktiven sind es 3 Prozent.