Mindestens eine halbe Milliarde mehr für die SBB

Mindestens eine halbe Milliarde mehr für die SBB

SBB-Chef Andreas Meyer (links) und BAV-Direktor Peter Füglistaler im Gespräch

SBB-Chef Andreas Meyer (links) und BAV-Direktor Peter Füglistaler im Gespräch

Die SBB brauchen 500 Millionen Franken mehr für den Unterhalt des Schienennetzes und des Rollmaterials. Das zeigt nun eine zweite Studie. Eine erste hatte noch von 850 Millionen Franken geredet.

Wie viel Geld brauchen die SBB zum Erhalt der Bahninfrastruktur? Klat ist einzig: Es braucht mehr. Ein erster, im Februar vorgestellter Expertenbericht hatte den finanziellen Mehrbedarf für den Erhalt des Bahnnetzes in den Jahren 2010 bis 2016 auf durchschnittlich 850 Millionen Franken pro Jahr beziffert. Die Verfasser eines zweiten Gutachtens, das heute vorgestellt wurde, gehen dagegen von rund 500 Millionen jährlich aus.

Um dn effektiven Betrag, den es künftig braucht, ermitteln zu können, wollen SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) nun mit einer gemeinsamen Netzüberwachung genauere Daten erhalten.

Vom kommenden Jahr an wird die SBB Daten zum Schienennetz erfassen, etwa zu Schienenbrüchen, Störungen auf Grund der Infrastruktur und deformierten Gleisen. Diese Zahlen fliessen in einen jährlichen Bericht über den Netzzustand ein, den die SBB dem BAV abzuliefern hat. Dies sieht der Leistungsvereinbarung für 2011 und 2012 vor.

Bund will 210 Millionen geben

Für 2011 und 2012 will der Bundesrat der SBB zusätzlich je 160 Millionen und den Privatbahnen rund 50 Millionen Franken zur Verfügung stellen, wie er am Mittwoch bekanntgegeben hatte.

Für 2013 bis 2016 dagegen seien im Finanzplan noch keine Mittel reserviert, sagte BAV-Direktor Peter Füglistaler vor den Medien in Bern. Wie viel zusätzliches Geld für den Unterhalt des Schienennetzes benötigt wird, lasse sich noch nicht beziffern.

Grundlagen dafür soll nun die gemeinsame Netzüberwachung liefern. Ausserdem soll das Reporting zeigen, was der Einsatz der für 2011 und 2012 eingesetzten Geldmittel bringt.

Um die Bahninfrastruktur zu erhalten und wo nötig an die Bedürfnisse anzupassen, braucht es aber mit Sicherheit mehr Geld, wie der BAV-Direktor ausführte. Dass Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer über höhere Billettpreise etwas dazu beisteuern müssen, ist sowohl für Füglistaler als auch aus Sicht von SBB-Chef Andreas Meyer klar.

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