Russland

Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlag im Kaukasus

Ermittler vor Ort (Symbolbild)

Ermittler vor Ort (Symbolbild)

Bei einem Selbstmordanschlag in der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien sind mindestens 20 Polizisten getötet worden. Weit über 100 Menschen wurden verletzt. Der Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster in die Luft gesprengt.

Der Attentäter durchbrach in Inguschetiens grösster Stadt Nasran mit dem Fahrzeug das Sicherheitstor der Polizeiwache und lenkte das Fahrzeug in den Hof, wie die Moskauer Staatsanwaltschaft mitteilte. Zum Zeitpunkt der Explosion im Hof des Hauptquartiers hatten sich dort die Beamten gerade zum Morgen-Appell versammelt.

Es habe sich eine "gewaltige Explosion" ereignet. Die Bombe hatte demnach eine Sprengkraft von etwa 50 Kilogramm TNT. Bei der Explosion wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 20 Polizeibeamte getötet. Unter den Verletzten sind Kinder und Bewohner angrenzender Häuser.

Der inguschetische Präsident Junus-Bek Jewkurow machte radikal-islamische Aufständische für die Tat verantwortlich. Die Behörden ordneten eine dreitägige Staatstrauer an.

Präsident Dmitri Medwedew lastete den inguschetischen Behörden eine Mitschuld an. Der Anschlag hätte vermieden werden können, sagte Medwedew im russischen Fernsehen.

Er entliess den lokalen Innenminister und betraute das russische Innenministerium mit der Aufklärung des Anschlags. Auch solle Moskau zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für die an Tschetschenien grenzende Region treffen.

Die Europäische Union verurteilte den Terroranschlag. In einer Erklärung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft heisst es, die Union spreche den Familien der Opfer das tiefempfundene Beileid aus - ebenso bekunde sie der russischen Regierung und dem russischen Volk ihre Anteilnahme.

Die Lage in der nördlichen Kaukasusrepublik ist äusserst unstabil. Im Juni war der inguschetische Präsident Junus-Bek Jewkurow selbst bei einem Anschlag schwer verletzt worden.

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