Auftragsvergabe

Millionen verschleudert: Jedes zweite geprüfte Geschäft des Bundes ist zu teuer

Immer wieder werden Aufträge zu teuer verrechnet. Die Finanzkontrolle findet Millionen, die zurückzufordern sind. (Symbolbild)

Immer wieder werden Aufträge zu teuer verrechnet. Die Finanzkontrolle findet Millionen, die zurückzufordern sind. (Symbolbild)

Die Finanzkontrolle will künftig viel häufiger Preise von Anbietern in Monopolstellung durchleuchten. Damit liessen sich Millionen sparen, sagt deren Chef. 

In den letzten zehn Jahren hat die Finanzkontrolle (EFK) knapp zwei Dutzend Preisprüfungen durchgeführt. Die „SonntagsZeitung“ hat dank des Öffentlichkeitsgesetzes Einblick in die jeweiligen Ergebnisberichte erhalten. Das Resultat sei erschreckend: "Bei etwa der Hälfte der Prüfungen kamen die Kontrolleure zum Schluss, dass die Rechnungen an den Bund zu hoch waren und verordneten einen Preisnachlass", schreibt die Zeitung. So sparte die öffentliche Hand mehr als zwei Millionen Franken. 

Neben Rüstungs- und Informatikfirmen kalkulierte einmal sogar eine Kommunikationsagentur falsch. Für eine grosse Präventionskampagne im Bundesamt für Gesundheit verlangte sie 140'000 Franken zu viel. Der grösste Einzelbetrag, den die Finanzkontrolle in den letzten zehn Jahren zurückforderte, beläuft sich auf gut 400'000 Franken. So viel hätte die Armee kürzlich zu viel für grosskalibrige Munition bezahlt.  

EFK-Chef Michel Huissoud ist überzeugt: Für den Bund läge noch viel mehr drin. Denn der grösste Teil der Monopolgeschäfte wird nie geprüft. „Angesichts der Summen, welche die Verwaltung in Monopolbereichen ausgibt, könnten jedes Jahr mehrere Millionen gespart werden – wenn wir die Kapazität hätten, alle Verträge lückenlos zu prüfen“, sagt er. Das sei natürlich nicht möglich. Ziel sei es aber, künftig mindestens zehn Preisprüfungen pro Jahr durchzuführen. „Wir machten in der Vergangenheit viel zu wenige Preisprüfungen“, sagt Huissod.

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