Nahost

Militante Palästinenser setzen Kinder-Sommerlager in Brand

Blick auf abgebrannte Zelte im Gazastreifen

Blick auf abgebrannte Zelte im Gazastreifen

Militante Palästinenser haben in der Nacht ein Kinder-Sommerlager des UNO-Flüchtlingshilfswerks im Gazastreifen überfallen und in Brand gesetzt. Zum Zeitpunkt des Angriffs waren noch keine Kinder im Lager.

Etwa 30 Bewaffnete seien in das im Aufbau befindliche Lager am Strand der Stadt Gaza eingedrungen, teilte das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mit. Zum Zeitpunkt des Angriffs waren noch keine Kinder im Lager, nach UNO-Angaben wurde aber ein Wächter verletzt.

Die Männer hätten an Zelten und Holzüberdachungen Feuer gelegt sowie Wächter angegriffen, hiess es. Bevor sie wieder gingen, übergaben sie den Wächtern nach palästinensischen Angaben einen Drohbrief mit vier Gewehrkugeln, der an den UNRWA-Leiter in Gaza, John Ging, adressiert war.

Ging beschrieb den Überfall anschliessend vor Journalisten als "Vandalismus mit extremistischem Hintergrund und einen Angriff auf das Glück der Kinder". Das angegriffene Lager ist eines von insgesamt 35 Einrichtungen dieser Art, die das UNRWA im vierten Jahr in Folge im Rahmen von "Sommerspielen" einrichtet.

Damit soll mehr als 250'000 Kindern in dem blockierten Autonomiegebiet am Mittelmeer eine Beschäftigung geboten werden. "Das UNRWA wird weiter die Unterstützung bieten, die Kinder in Gaza brauchen, weil sie körperlichem und psychologischem Stress ausgesetzt sind", sagte Ging.

Zu dem Überfall bekannte sich zunächst niemand. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas verurteilte den Überfall und kündigte Ermittlungen an, warf dem UNO-Hilfswerk aber zugleich vor, bei der Schilderung des Vorfalls übertrieben zu haben.

Zuvor hatte die von der Hamas geleitete Abteilung für die Rechte palästinensischer Flüchtlinge dem Hilfswerk vorgeworfen, "mit kulturellen Mitteln in die Seelen palästinensischer Kinder einzudringen".

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