Militär übernimmt Kontrolle in Guinea-Bissau - Lage ruhig

Guineas Präsident ist tot

Guineas Präsident ist tot

Nach dem gewaltsamen Tod von Präsident und Generalstabschef hat auf Guinea-Bissau das Militär vorübergehend die Macht übernommen. Die Lage sei unter Kontrolle, erklärten die Streitkräfte.

Die Armee respektiere die Verfassung und die Demokratie, erklärten hochrangige Offiziere nach einem Treffen des Generalstabs. Ministerpräsident Carlos Gomes Junior setzte einen Krisenausschuss ein.

Die Militärführung distanzierte sich gleichzeitig vom Mord an Präsident João Bernardo Vieira, für den meuternde Soldaten verantwortlich gemacht wurden. Medien sprachen von einer "Vergeltungsaktion" von Soldaten, die dem zuvor getöteten Armeechef Tagmé Na Waié nahestanden.

Nachdem in der Hauptstadt Bissau in der Nacht noch Feuer von Gewehren und schweren Waffen zu hören war, beruhigte sich die Situation im Lauf des Tages.

Auf den Strassen seien kaum Menschen zu sehen, die meisten Bewohner seien in ihren Häusern geblieben, sagte der Programmverantwortliche für Guinea-Bissau der Schweizer Hilforganisation Swissaid, Pierre Kistler, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Kistler hofft jedoch, dass sich die politische Lage bald wieder stabilisiert und sich die Regierung von Ministerpräsident Gomes an der Macht halten kann. Auch die Arbeit ausländischer Hilfswerke im Land sei aller Voraussicht nach nicht gefährdet.

Sollte das Militär die Macht an sich reissen, könnte dies jedoch schwerwiegende Folgen haben, warnte Kistler. Gomes hatte im November die Wahlen gewonnen und Hoffnungen auf eine Demokratisierung des verarmten Landes geweckt.

Guinea-Bissau wurde immer wieder durch blutige Umsturzversuche und Aufstände erschüttert. 1998 und 1999 wütete in dem kleinen westafrikanischen Küstenstaat ein Bürgerkrieg, unter dessen Folgen das Land noch immer leidet.

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