Diese Anhebung würde die Wettbewerbsfähigkeit "stark belasten", schreibt die BO Milch in einer Mitteilung. Die Käsehandelsbilanz würde sich zu Ungunsten der Schweizer Milchwirtschaft verschlechtern.

Die Preisanhebung bei der Molkereimilch ist nach Ansicht des BO-Milchvorstandes angesichts der Preisentwicklung bei Milchprodukten im In- und Ausland und sowie der positiven Zukunftseinschätzungen gerechtfertigt.

Der Vorstand habe der Erhöhung trotz der nach wie vor angespannten Mengensituation zugestimmt. Er erwarte, dass die bereits zuvor beschlossene Marktabräumung von 3000 Tonnen Butter "von allen Akteuren zügig umgesetzt wird".

Die Bio-Milch ist von den Preisveränderungen nicht betroffen. Sie wird gesondert berechnet, wie BO-Milch-Sprecher Daniel Gerber auf Anfrage sagte.

Die bäuerliche Interessengruppe Marktkampf (BIG-M) bezeichnet die Richtpreiserhöhung als "Farce" und "Provokation". Sie kritisiert unter anderem, dass die Preiserhöhung mit der Butterabräumung in Verbindung gebracht wird und dass die verkäste Milch ausgenommen ist.

Die Preisanhebung werde sich lediglich beim Milchanteil für Molkereiprodukte auswirken, welcher etwas über 40 Prozent der Gesamtmilchmenge ausmache. Die Branchenorganisation lasse der Überproduktion weiterhin freien Lauf - "trotz Kennntis der katastrophalen bäuerlichen Einkommenssituation", schreibt BIG-M.