Die Einbürgerung in der Schweiz wird ab dem 1. Januar schwieriger. Als zentrale Verschärfung verlangt das neue Gesetz von Ausländern eine Niederlassungsbewilligung, um den roten Pass zu erhalten. Vorgesehen sind auch schärfere Einbürgerungskriterien. Das komplizierte Prozedere verspricht Kursanbietern ein Geschäft.

So bietet die Migros-Klubschule gemäss «NZZ am Sonntag» nächstes Jahr an mehreren Standorten Lektionen an, die Interessierte auf den Einbürgerungstest vorbereiten. Vermittelt werden Kenntnisse über die schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Bräuche. Die Klubschule verkauft den mehrteiligen Kurs für 300 Franken.

Im Auftrag von Gemeinden nimmt die Migros-Klubschule zudem Einbürgerungstests für den Kanton Bern vor. Sie prüft, ob die Anwärter genug über die Schweiz wissen, um den roten Pass zu erhalten. Als Schweizermacher betätigen sich auch die Gewerkschaften. Ihr Bildungsinstitut Movendo erteilt Ausländern eine eintägige Handlungsanleitung zur Einbürgerung. Der Kurs ist im Frühling in der Westschweiz und im Herbst in der Deutschweiz geplant.

Weil die Gewerkschaften viele Migranten in ihren Reihen hätten, wolle man diesen eine Hilfestellung bieten, sagt Institutsleiterin Christine Goll in der «NZZ am Sonntag». Die Verschärfung des Einbürgerungsgesetzes führte im ablaufenden Jahr zu einer erhöhten Nachfrage nach dem roten Pass: Im Kanton Zürich beispielsweise stieg die Zahl der Einbürgerungsgesuche um ein Drittel.