Muslim-Dialog
Migrations-Chef wäscht Blancho die Kappe

BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond hat heute eine Delegation des IZRS empfangen, darunter auch Nicolas Blancho. Er hat mit dem Islamisten Klartext geredet: Distanziert sich Blancho nicht von der Steinigung der Frau, ist er Persona non grata.

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Nicolas Blancho

Nicolas Blancho

Keystone

Anlass für den Empfang ist der gesetzliche Auftrag, die Integration und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern, heisst es in einem Communiqué des Bundesamtes für Migration.

BFM-Direktor redet Klartext

Am Vormittag hat BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond eine Delegation des IZRS empfangen. Anlass für den Empfang war der gesetzliche Auftrag, die Integration und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern. Der Direktor des BFM hielt gegenüber dem IZRS fest, dass die schweizerische Rechtsordnung für alle in der Schweiz lebenden Menschen gilt. Der IZRS wurde in diesem Zusammenhang aufgefordert, sich explizit von der Steinigung von Frauen zu distanzieren.

Die überwiegende Mehrheit der rund 350'000 in der Schweiz lebenden Musliminnen und Muslime ist gut integriert oder bemüht sich um die Integration. Mit diesen Musliminnen und Muslimen soll der Dialog geführt werden.

Von diesem Dialog ausgeschlossen bleibt dagegen der Islamische Zentralrat Schweiz IZRS. Dies teilte der Direktor des BFM den Verantwortlichen des IZRS heute anlässlich eines Gesprächs mit. «Unter den gegebenen Voraussetzungen sei eine Partizipation des IZRS am Muslim-Dialog undenkbar», so der BFM-Direktor.

Ferner stellte Alard du Bois-Reymond klar, dass bestimmte Werte wie etwa die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht verhandelbar seien. Auch die Einführung eines Fatwa-Rats komme nicht in Frage. Es gelte die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern.

IZRS ist eine Bedrohung

Der Zentralrat IZRS mit seinem Präsidenten Nicolas Blancho geriet in den Fokus des öffentlichen Interesses, weil er als fundamentalistisch gilt und von manchen Schweizern als bedrohlich wahrgenommen wird. In der Sendung «Arena» bezeichnete Blancho die Steinung der Frau als Wert seiner Religion.

Reaktion des IZRS
Der Zentralrat reagierte postwendend. Warum der Zentralrat «vorläufig» von dem Muslim-Dialog ausgeschlossen bleibe, sei bei dem Gespräch in Bern nicht klar geworden, sagte Generalsekretär Quaasim Illi. Vermutlich liege es daran, dass der IZRS eine noch junge Organisation sei, die die Behörden zunächst genauer beobachten wollten.

Langfristig wäre es laut Illi auf jeden Fall «kontraproduktiv und falsch», den Islamischen Zentralrat vom Muslim-Dialog fernzuhalten. Mit bereits mehr als 1000 Mitgliedern spiele der IZRS in der muslimischen Gesellschaft eine «gewisse Rolle», und die Bedeutung werde mit wachsender Mitgliederzahl noch zunehmen.

Zur Forderung des Bundes, der IZRS müsse sich explizit von der Steinigung von Frauen distanzieren, sagte Illi, der Zentralrat habe sich beim Gespräch in Bern erneut deutlich zum hiesigen Recht und zur Schweizer Gesellschaftsordnung bekannt.

(SDA/cls)