Gesundheitsmonitoring

Migranten geht es gesundheitlich oft weniger gut als Schweizern

Schweizern geht es gesundheitlich besser als Migranten

Schweizern geht es gesundheitlich besser als Migranten

In der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten geht es gesundheitlich oft weniger gut als Einheimischen. Sie gehen deshalb jedoch nicht öfter zum Arzt. Ausserdem trinken sie weniger als die Schweizer, rauchen jedoch mehr, namentlich die Männer.

Das trifft zumindest für die Bevölkerungsgruppen zu, die im Herbst 2010 im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für das zweite Gesundheitsmonitoring der Migrationsbevölkerung befragt wurden: 3000 Zugewanderte aus der Türkei, Portugal, Serbien, Kosovo, Somalia und Sri Lanka.

Alkohol zum Beispiel wird bei der Asylbevölkerung im Vergleich zu den Schweizern deutlich weniger konsumiert. Dass Muslime weniger Alkohol trinken, mag indes kaum erstaunen. So gaben zum Beispiel fast 99 Prozent der Somalierinnen und Somalier an, abstinent zu leben.

Der Tabakkonsum bei Männern mit Migrationshintergrund liegt deutlich höher als bei Schweizer Männern. Bei den Frauen sind die Unterschiede weniger gross. Migranten essen ferner deutlich weniger Gemüse und Früchte und sind körperlich weniger aktiv als Schweizer. Zudem sind sie eher übergewichtig als Einheimische. Diese gehen auch häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen als Migranten.

Keine grosse Unterschiede bei Arztkonsultationen

Der Anteil an Personen, welche mindestens einmal innerhalb eines Jahres einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren, ist bei keiner der betrachteten Migrationsgruppen höher als bei Schweizern. Im Gegenteil, Frauen aus Portugal und Kosovo und Männer aus Serbien und Kosovo suchen weniger oft einen Arzt auf als die einheimische Bevölkerung.

Generell ist der Gesundheitszustand der Migranten besser, je höher das Ausbildungsniveau und die Sprachkompetenz ist. Je nach Migrationsgruppe können nämlich zwischen 15 und 45 Prozent der befragten Personen ihre eigene Anliegen dem Arzt oft nicht verständlich machen oder verstehen die Informationen des Arztes nur ungenügend.

Hilfe bei Sprachproblemen

Personen, die keine Schweizer Landessprache und auch kein Englisch verstehen, können sich seit vergangenem April schweizweit bei Arzt- oder Spitalbesuchen von einem telefonischen Übersetzungsdienst helfen lassen. Die Asyl-Organisation Zürich (AOZ) bietet den Service rund um die Uhr an.

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