Der Bundespräsident erinnerte in seiner Eröffnungsrede an die Überschwemmungen vor vier Jahren in der Schweiz, die einen "heilsamen Schock" hervorgerufen hätten. "Die extremen meteorologischen Ereignisse und der Klimawandel betreffen uns alle", sagte er an der dritten Internationalen Klima-Konferenz der Weltorganisation für Meteorologie (OMM).

Weltweit müsse ein zweistelliger Milliardenbetrag für die Präventionskosten investiert werden, stellte Merz fest, die Hälfte in den Ländern des Südens. Solide Prognosen seien dabei der Schlüssel, sagte er vor 1500 Delegierten aus 150 Ländern. "Wir brauchen dringend Klimaprognosen und ein Frühwarnsystem, auf das man sich verlassen kann".

Allein für die Schweiz bezifferte Merz die Kosten für die Prävention der mit der Erderwärmung verbundenen Risiken mit rund einer halben Milliarde Franken. Als Beispiele nannte der Bundespräsident Verbauungen an Gewässern, Ausgleichsbecken oder Schutznetze gegen Steinschlag.

Merz erinnerte daran, dass die Schweiz zur Finanzierung eine weltweite CO2-Abgabe vorgeschlagen habe. "Um das Übel an der Wurzel zu packen, braucht es eine spürbare Reduktion der Treibhausgase und ein ambitiöser Vertrag an der nächsten UNO-Klimakonferenz", sagte er im Hinblick auf die in drei Monaten stattfindende Konferenz in Kopenhagen.

OMM-Generalsekretär Michel Jarraud kündigte an, dass die bis Freitag laufende Konferenz einen Fahrplan vorlegen wird, der in einem Jahr zu einem konkreten Informationsnetz führen soll. Die Konferenz will damit erreichen, dass die Folgen des Klimawandels künftig präziser vorhersagbar und damit besser einzuschätzen sind.

Unter den Konferenzteilnehmern sind 19 Staats- und Regierungschefs sowie mehr als 60 Minister.