Russland

Merkel fordert von Russland nach Mord an Menschenrechtlern Taten

Gute Laune: Merkel und Medwedew

Gute Laune: Merkel und Medwedew

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Moskau aufgefordert, entschieden gegen die Anschläge auf Menschenrechtler im Kaukasus vorzugehen. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte sie beim Treffen mit Präsident Dmitri Medwedew in Sotschi.

Merkel wie auch Medwedew äusserten sich nach ihrem Gespräch vor den Medien besorgt über die zunehmende Gewalt im Nordkaukasus. Merkel forderte im Schwarzmeer-Kurort eine Aufklärung der "abscheulichen Morde".

Gleichzeitig versicherte sie ihrem Gastgeber, sie wisse, dass Menschenrechte dem Präsidenten "am Herzen liegen". Es müssten aber auch Taten folgen.

Der Kremlchef seinerseits forderte den moskautreuen Präsidenten der Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, auf, die jüngsten Bluttaten so schnell wie möglich aufzuklären.

Im nördlichen Kaukasus hat die Gewalt zuletzt deutlich zugenommen. Die Armut in der Region gilt als Nährboden für extremistische Gewalt. In den vergangenen Wochen waren die russische Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa und später die Bürgerrechtlerin Sarema Sadulajewa und ihr Mann getötet worden.

Zweiter Schwerpunkt des eintägigen Treffens war die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Merkel und Medwedew vereinbarten dabei eine stärkere Partnerschaft.

Beide Seiten erklärten sich bereit, bei Investitionsvorhaben wie der Rettung von Opel sowie der Zukunft der Chiphersteller Qimonda und Infineon stärker zusammenarbeiten. Konkrete Hilfszusagen für deutsche Unternehmen gab Medwedew aber nicht, auch nicht im Fall der Wadan-Werften in Mecklenburg-Vorpommern.

Medwedew bestätigte das Interesse Russlands an strategischen Investitionen in Deutschland. Im Mittelpunkt stehe vor allem der Technologiebereich, in dem Russland Nachholbedarf habe. Allerdings sind die russischen Investitionsmöglichkeiten infolge der Finanzkrise deutlich eingeschränkt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1